Stromausfall
Eon gibt Fehler zu

Nach dem großen Stromausfalls waren die Energieversorger in die Kritik geraten. Ihre Investitionen ins Netz wollen die Konzerne dennoch nur leicht erhöhen. Inzwischen hat Versorger Eon auch einen Schuldigen für den Stromausfall gefunden.

HB BONN. Der Stromausfall in weiten Teilen Europas vom 4. November ist nach Angaben des Versorgers Eon durch menschliches Fehlverhalten verursacht worden. Die Eon-Netzleitstelle habe unter hohem Zeitdruck nicht alle technischen Hilfsmittel für eine umfassende Lagebewertung genutzt, teilte die Konzern-Tochter Eon-Energie am Mittwoch in Bonn mit. Technische Fehlfunktion seien bei einer ersten Untersuchung nicht festgestellt worden. Dies habe Eon auch dem Regulierer, der Bundesnetzagentur, mitgeteilt. Letzte Details müssten aber noch untersucht werden.

Eon hatte für den Stromausfall bereits die Verantwortung übernommen. Den Ursprung hatte der Blackout durch die Abschaltung einer Leitung im Emsland genommen, die vorgenommen worden war, um einem Kreuzfahrtschiff die Überführung aus der Werft in die Nordsee zu ermöglichen.

Die vier großen Netzbetreiber in Deutschland - Eon, RWE, EnBW und Vattenfall - planen nach Angaben des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft nach 2,55 Milliarden Euro in diesem Jahr, Investitionen von 2,65 Milliarden in 2007. Bis 2020 haben die Stromversorger je 40 Milliarden Euro zur Modernisierung und Erweiterung sowohl des Kraftwerkparks wie auch der Stromnetze zugesagt.

Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei den Energieversorgern ergab, will etwa der Konzern ENBW in den kommenden fünf Jahren etwa eine Milliarde Euro ins Stromnetz investieren. Das Netz sei etwa deckungsgleich mit dem Land Baden-Württemberg. Die Investitionen im Bereich Strom beliefen sich seit dem Jahr 2000 auf mehr als zwei Mrd. Euro. Von 2000 bis 2010 sollen etwa 15 Prozent aller Strommasten ausgetauscht werden.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatten die Konzerne nach dem Stromausfall aufgefordert, verstärkt in die Stromnetze zu investieren. Bereits vor gut einem Jahr waren nach heftigem Schneefall im Münsterland reihenweise Hochspannungsmasten von RWE eingeknickt, so dass bis zu 250 000 Menschen zum Teil mehrere Tage ohne Strom ausharren mussten.

Der Energieversorger RWE habe im vergangenen Jahr rund 800 Mill. Euro in den Ausbau und die Erneuerung des Netzes investiert, sagte ein Sprecher von RWE Energy in Dortmund. In diesem Jahr sei die gleiche Summe angepeilt. Vattenfall Europe plant bis Ende dieses Jahrzehnts Investitionen von 400 Mill. Euro ins Stromnetz. Seit Beginn der 90er Jahre hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits fast 90 Prozent seines Übertragungsnetzes in Ostdeutschland und Hamburg für mehr als zwei Mrd. Euro saniert oder neu gebaut.

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