Stromimport Russen bieten Deutschland Atomstrom an

Ein russischer Stromkonzern hat Deutschland den Import von Atomstrom angeboten. Inter Rao will den Strom aus einem neuen Kernkraftwerk bei Kaliningrad in die Bundesrepublik exportieren.
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Nach der abrupten Abschaltung von acht deutschen Kernkraftwerken im März sind die Stromeinfuhren in die Höhe geschnellt. Quelle: dapd

Nach der abrupten Abschaltung von acht deutschen Kernkraftwerken im März sind die Stromeinfuhren in die Höhe geschnellt.

(Foto: dapd)

DüsseldorfDer russische Stromkonzern Inter Rao unterbreitet Deutschland ein brisantes Angebot: Den Import von Atomstrom aus Kaliningrad. „Schon im Jahr 2016 könnte der erste Strom vom neuen Kernkraftwerk nach Deutschland fließen“, sagte CEO Boris Kowaltschuk im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Deutschland ist durch die Energiewende ein sehr interessanter Markt für uns. Wir können helfen, die Lücke, die Deutschland durch den Atomausstieg in der Stromproduktion bekommen wird, zu schließen.“

Inter Rao ist der zweitgrößte Stromproduzent Russlands und der größte Exporteur. Der Konzern hat in der Exklave Kaliningrad, die an Polen grenzt, selbst ein Gaskraftwerk und kann die Produktion eines neuen Kernkraftwerkes vermarkten, das der Partner Rosatom dort baut und das 2016 ans Netz gehen soll.

Nach Kowaltschuks Worten wäre der Export wirtschaftlich und technisch gut machbar. „Für uns würde sich das auf jeden Fall rechnen, trotz der zusätzlichen Transportkosten“, ist Kowaltschuk überzeugt, „die Strompreise sind in Deutschland viel höher als vor Ort.“ Inter Rao könnte den Strom entweder über Polen transportieren oder über eine Stromleitung durch die Ostsee, vergleichbar der Gaspipeline Nordstream.

Das Angebot dürfte Umweltschützer und Politiker in helle Aufregung versetzen. Denn sie führt die im Sommer vollzogene Energiewende in Deutschland und den zügigen Atomausstieg ad absurdum. Kowaltschuk lässt sich davon aber nicht beirren: „Ich bin mir bewusst, dass es in Deutschland Vorbehalte gegen den Import von Atomstrom gibt, dabei liefern Tschechien und Frankreich doch bereits.“

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7 Kommentare zu "Stromimport: Russen bieten Deutschland Atomstrom an"

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  • Aus dem dreckigen Atomstrom lässt sich aber mit einem kleinen Umweg über skandinavische Pumpspeicherkraftwerke doch noch Ökostrom höchster Qualität erzeugen und indirekt nach Deutschland exportieren. Für den Kunden ist es dann halt nicht so offensichtlich. Der CEO wird seine Leitung unter der Ostsee also vielleicht doch eher in Richtung Skandinavien verlegen lassen.

  • Clevere Russen. Mit denen macht man einfach gerne Geschäfte!

    Von mir aus kann die EU Zone Griechenland gegen Russland austauschen. Ist uns wirtschaftlich, sozial und kulturell ohnehin näher - und würde ungemein gute Symbiosen erbringen!

  • Warum denn billigen Strom erst 2016 :-(
    Wir brauchen billiger Strom jetzt!
    Die Ökofa........ haben doch genau dies als Ergebnis gewollt!
    Keine atomaren Abfälle vor der Haustür und billigen Strom aus unsichereren Kraftwerken als Deutschland sie hat.
    Wo wurde denn hier der Bürger gefragt?
    Lasst ihn frei abstimmen bei der Wahl seines Energieanbieters,
    dann wird seine Meinung klar und deutlich zum Ausdruck kommen.
    Daher: her mit dem billigen und sauberen Strom!

    2. verbrauchsstarke Industrie - wo wird die wohl ihre Farbiken neu aufbauen und wie sind in den Ländern die Ökoauflagen/Umweltschutz/etc.?

    3. meiner Meinung nach sind viele der angeblichen Ökos wie Parasiten - sie verdienen an der Angst und der Steuung von Angst in der Bevölkerung und gehören daher bestraft/abgeschafft
    Das Geld sollten sie lieber für den Tausch ihrer meist 20 L Verbrauchs Euro 0 Autos ausgeben...

  • Endlich wird hier die klare Aussage getroffen, "dabei liefern Tschechien und Frankreich doch bereits", die "grünen" Narren die Realität erklärt - wir machen die Kraftwerke dicht und importieren fleißig. Ehrliche Ausstiegspolitik bedeutet, auch sofort die Leitungen für den Atomstromimport zu kappen.

  • @wiebitte: Atomstrom importieren macht Sinn.

    Die sozialen Kosten sind in D zu hochg (Stichwort: Wutbürger)
    Dass das Atom über die Landesgrenze zurückkommt, soweit kann der gemeine Deutsche nicht denken (Stichwort: Dummbürger)

    So sind alle zufrieden: der Wut/Dummbürger wähnrt sich atomfrei
    Deutschland hat seinen Strom, das Ausland seinen los

  • Was fuer eine Ironie! Bei Koenigsberg (Ru. "Kaliningrad"), Atomstorm aus verlorener Technologie aus einem verlorenem Gebiet. Deutschland: Hopfen und Malz verloren.

  • „Ich bin mir bewusst, dass es in Deutschland Vorbehalte gegen den Import von Atomstrom gibt, dabei liefern Tschechien und Frankreich doch bereits.“

    Wo er Recht hat da hat er Recht !

    Allerdings wenn ein neu gebautes AKW extra nur für den Stromexport nach Deutschland gebaut würde, wäre es der pure Unsinn hier die AKW`s dafür abzuschalten. Das gilt für neue AKW`s in Tschechien und Frankreich aber genauso.

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