Stromkonzern soll komplett schwedisch werden
Vattenfall Europe verschwindet wohl vom Kurszettel

Der schwedische Stromkonzern Vattenfall will die Tochter Vattenfall Europe, der drittgrößte deutsche Stromversorger, komplett übernehmen und dazu den Minderheitsaktionären eine Barabfindung zahlen.

HB BERLIN/STOCKHOLM. Vattenfall AB in Stockholm hält inzwischen mehr als 95 % der Anteile und will sich den Rest übertragen lassen, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Um die verbliebenen Aktionäre mit Abfindungszahlungen herauszudrängen, soll es voraussichtlich im Frühjahr eine außerordentliche Hauptversammlung geben. Die Aktie würde dann auch vom Kurszettel verschwinden. Am Nachmittag legte sie an der Börse um mehr als neun Prozent auf 45,85 € zu.

Als größte Einzelgesellschaft der internationalen Gruppe bleibe Vattenfall Europe für ihr Geschäft in hiesigen Markt verantwortlich, sagte Vorstandschef Klaus Rauscher in Berlin. Die Investitionspläne in Deutschland seien ebenso wenig berührt wie die inneren Strukturen und die Mitbestimmung. Der Chef des schwedischen Mutterkonzerns, Lars Josefsson, sagte, die geplante komplette Übernahme unterstreiche das dauerhafte Engagement in Deutschland.

Um die Höhe der „angemessenen Barabfindung“ für die verbliebenen Kleinaktionäre zu ermitteln, soll zunächst ein Gutachten den Wert des Unternehmens bestimmen. Die Vattenfall Europe AG war aus der Fusion der Stromversorger HEW, Bewag und Veag sowie des Braunkohleförderers Laubag entstanden. Die Hamburger HEW und die Berliner Bewag waren vor dem Zusammenschluss selbst börsennotiert und brachten daher einen Streubesitz freier Aktionäre in das gemeinsame Unternehmen ein.

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