Industrie

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Stromkonzerne: Neue Sicherheitsstandards machen Japans AKW-Betreibern zu schaffen

Japans neue Atomaufsicht zieht die Sicherheitsstandards an. Die Nachbesserungen von AKWs wird die Stromkonzerne zig Milliarden kosten und Jahre dauern. Doch das ist nicht die einzige Herausforderung.

Ein AKW der Kyushu Electric Power. Quelle: KAP
Ein AKW der Kyushu Electric Power. Quelle: KAP

TokioJapans Atomkraftsbetreiber zahlen einen hohen Preis für die laxen Sicherheitsbestimmungen der Vergangenheit. Die neue Atomaufsicht will als Reaktion auf die Atomkatastrophe die Standards im Juli dermaßen verschärfen, dass die Stromkonzerne zig Milliarden Euro für die Nachrüstung der 50 noch funktionierenden Meiler ausgeben müssen.

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Schlimmer noch: Sie werden teilweise noch für mehrere Jahre auf ihre AKWs verzichten müssen. Besonders bei Siedewasser-Reaktoren werden die Nachbesserungen wie der Bau von neuen Ersatzkrisenzentren nach Schätzungen von Experten mehrere Jahre dauern. Allein der wahrscheinlich verordnete Austausch von ein bis zwei Kilometern an Kabeln durch feuerfestere Varianten dürfte pro Reaktor ein Jahr in Anspruch nehmen.

Energiekonzerne

Die Sicherheitsbestimmungen verschärfen damit die ohnehin schon düstere Lage von Japans Stromkonzernen. Die zehn Stromerzeuger des Landes werden im noch bis März laufenden Bilanzjahr gemeinsam nicht nur mehr als zehn Milliarden Euro Verlust machen, da sie fossile Brennstoffe kaufen müssen, um die Atomstromlücke mit konventionellen Kraftwerken zu füllen. Denn nach der Atomkatastrophe von Fukushima sind derzeit nur zwei der 50 noch funktionierenden Meiler am Netz.

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Allein der Stromversorger von Japans zweitgrößter Metropolenregion um Osaka, Kansai Electric Power, zahlte seine hohe Abhängigkeit vom Atomstrom in den ersten Neun Monaten mit einem Verlust von 151 Milliarden Yen (rund 1,2 Milliarden Euro). Dabei genießt der Stromkonzern als einziger das Privileg, zwei Meiler am Netz zu haben.

Eine Ende ihrer Leidensstrecke ist nicht in Sicht. Nicht nur treibt der Fall des Yen die Preise der Rohstoffe noch in die Höhe. Zudem ist unklar, welche ihrer Meiler sie überhaupt wieder einschalten dürfen. Derzeit untersuchen Seismologen, ob AKWs auf tektonisch aktiven Erdbebenfalten stehen. Bei mehreren Anlagen wurden sie fündig. Diese Meiler werden die Betreiber nach den neuen Bestimmungen wahrscheinlich einmotten müssen.

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Nur eines steht fest: Den Sommer wird Japan wieder fast ohne Atomstrom überleben müssen. Frühestens im Herbst werden die ersten Meiler online gehen können. Als Favoriten gelten das AKW Ikata von Shikoku Electric Power und das AKW Sendai von Kyushu Electric Power.

  • 02.02.2013, 04:06 Uhrizibizi

    AKWs zur Wärmegewinnung!

    ich befürworte den Ausbau der Technik, das fördern
    neue Kraftwerkstypen, neue Prozesstechnik/-abläufe.
    Ich halte es für unerlässlich, die Forschung voranzutreiben insbesondere in dem Bereich Wärmetechnik/Wärmeauskopplung/-erzeugung.

    Es sollte jede Ballungsraum mit einem Wärmekraftwerk auf sauberer atomarer Basis,
    das neu zu errichtende/auszubauende Fernwärmenetz speisen.

    Die größte Menge an Energie wird für die Erzeugung von Wärme in Wohnräumen gebraucht, keine privaten Ölheizungen, Gasheizungen, Kohleheizungen, Pellets mehr.
    Ein Ausbau des Fernwärmenetzes würde obendrein, eine sinnvolle Arbeitsplatzsicherung/-förderung sowie eine in die Zukunft gerichtete Infrastruktur
    (vergleichbar mir der Schaffung des Abwassersystems)
    für die nächsten Jahrzehnte mit sich bringen
    Eine erhebliche Einsparung an Importen von Öl und Gas und somit nicht nur finanziell von Vorteile.
    Eine Energiepolitische Absicherung + Technischer Entwicklungen zur Wärmegewinnung als technologische Innovationen als Exportschlager.

    (Es gibt kein Endlager, nur Dauerlager!
    fanatisierte Anhänger [Islamisten, Scientologen, GENDER-panthen, AKW-Ausstiegsekte] sind auf Grund ihres Fanatismus, zu rationalen Entscheidungsfindung nicht mehr fähig und können aus dem Grunde, nicht an rationalen Entscheidungsprozessen beteiligt werden)

    Diese GRÜNEN Gruppierung,
    ist das gefährlichste für Land und Leute, das es in diesem Land jemals gegeben hat.

    @vandale
    vielen Dank für Ihre Verbesserungen/Richtigstellung.

  • 01.02.2013, 16:51 Uhrklaus ermecke

    Herr Franz. es mag sein, daß es in Deutschland noch eine Mehrheit der Bevölkerung GEGEN Kernenergie gibt. Es gibt aber eine große Minderheit dafür, und eine große Mehrheit, die sich mehr und mehr darüber Gedanken macht, ob nicht die mit gigantischem AgitProp-Aufwand beworbene "Energiewende" das Land und seine Bürger in ein völliges Desaster führt.

    Demokratie ist nicht Rechtsstaat, und Rechtsstaat ist nicht Demokratie, auch wenn sich beide weitgehend gegenseitig bedingen. Die "Energiepolitik" in Deutschland ist gekennzeichnet durch permanenten Verfassungsbruch. Das betrifft das Produktionsverbot für große Teile der Wirtschaft (CO2-Zertifikatediktat), das freihändige Umverteilen von Vermögen (Willkürzuteilungen von Zertifikaten), Quasi-Enteignung der Kernkraftwerke, Einspeisediktat (Aufhebung der Vertragsfreiheit der Netzbetreiber), Subventionierungszwang zugunsten der Windmüller durch EEG vorbei am Bundeshaushalt, Glühlampenhandelsverbot.

  • 01.02.2013, 13:41 Uhrfgordon

    Nur weil Erdbeben in Norddeutschland eher selten sind, sind sie durchaus vorhanden - und die Stärke ist nunmal kaum vorhersagbar - da es im Norden immer wieder wackelt ist ein stärkeres Beben zumindest nicht unmöglich.

    Zumindest nach der Einschätzung der Seizmologen
    http://www.radiobremen.de/wissen/themen/erdbeben112.html

    Das ist halt nur "Wissenschaft" und die kann mit "aber ich wohn da doch schon 2 Wochen und nix hat gerumpelt, darum reicht doch hoffen und abendliches beten, dass Seizmologen von ihrem Fachgebiet nichts verstehen" durchaus mithalten :D

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