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Strommarkt: Die Energiewende ist Privatsache

Die großen Versorger investieren derzeit Milliarden in neue Windkraftparks. Doch die meisten Anlagen für erneuerbare Energien sind weiterhin im privaten Besitz zu finden. Die Aufholjagd wird teuer werden.

Erneuerbare Energieproduktion liegt in Deutschland meist in der Hand von Privatbesitzern. Quelle: dpa
Erneuerbare Energieproduktion liegt in Deutschland meist in der Hand von Privatbesitzern. Quelle: dpa

DüsseldorfDie Energiekonzerne wollen sich derzeit gegenseitig übertreffen: Eon, RWE, EnBW und Vattenfall kündigen milliardenschwere Investitionen in neue Windparks in der Nord- und Ostsee oder in Wasserkraftwerke an. Die großen vier, so scheint es, beherrschen nach dem Atomausstieg nun eben den Markt für erneuerbare Energien in Deutschland.

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Doch der Eindruck täuscht. Die klassischen großen Stromerzeuger spielen im Markt für Sonne, Wind, Wasser und Biomasse bisher nur eine Nebenrolle. „Die meisten Anlagen für erneuerbare Energien in Deutschland – insbesondere Photovoltaik-Anlagen – gehören Privatpersonen“, sagt Dirk Briese, Geschäftsführer von Trendresearch.

Privatleute kontrollierten Ende 2010 knapp 40 Prozent der installierten Leistung aller Photovoltaik-, Wind- und Biogasanlagen in Deutschland, die zusammen auf eine Leistung von 53 Gigawatt kamen. Das haben die Bremer Marktforscher ausgerechnet und in einer neuen Studie analysiert, die dem Handelsblatt vorliegt. „Die großen vier deutschen Energieversorger besitzen nur gut sechs Prozent der gesamten in Deutschland installierten Leistung für erneuerbare Energien.“

Und in den vergangenen Jahren strengten sich die Energieriesen auch nicht sonderlich an, die Verhältnisse zu ändern. Ihr Anteil an den Neuinstallationen lag 2010 nur bei mageren 2,1 Prozent. Die Privatpersonen steuerten dagegen 37,1 Prozent bei, Landwirte 19,7 Prozent und Gewerbeunternehmen 15,4 Prozent. Stärker als die Energiekonzerne engagieren sich sogar noch Fonds und Banken, die sich wegen der Euro-Krise verstärkt für sichere Geldanlagen interessieren und einen Anteil an den Neuinstallationen von 11,4 Prozent haben.

Finanzinvestoren wie Blackstone steigen bei Offshore-Windparks ein

„Wir erhalten viele Anfragen von Finanzinvestoren, die sich beteiligen wollen“, bestätigt Markus Wirth, Vorstand von Wirsol, einem sogenannten Projektierer von Solarparks. Für Fonds und Banken sind Solarparks solide Geldanlagen. Denn das Investitionsrisiko ist gering, weil die Hersteller eine Lebensdauer von 20 Jahren garantieren. Die Anlagen müssen zwar gewartet werden, aber der mechanische Verschleiß spielt nur eine geringe Rolle. Außerdem erhalten die Parkbetreiber für jede Kilowattstunde Strom, den sie ins Netz einspeisen, einen festen Betrag – und das 20 Jahre lang – garantiert.

  • 04.01.2012, 19:12 UhrAnonymer Benutzer: Rudolf_K

    Sorry - der Artikel ist schlecht recherchiert! Kein Wort davon, auf welch tönernen Füßen die sogenannte "Energiewende" steht, und dass der ganze Ausbau der sogenannten "Erneuerbaren" nur auf Subventionen fußt. Insofern bin ich den großen Energieversorgern dankbar, dass sie nicht auch auf den Zug aufspringen, sondern weiterhin versuchen, die Versorgung Deutschlands zu stabilisieren.
    Wir dürfen bitteschön nicht aus den Augen verlieren, dass wir bis jetzt nur ungeheueres Glück (und sehr viel Mühe der Lastverteiler) haben, dass das Netz nicht schon längst zusammengebrochen ist. Ohne enorme Investitionen in den Netz- und in den Speicherausbau ist die "Energiewende" zum Scheitern verurteilt - und Investoren für diese Bereiche sind weit und breit nicht in Sicht!

  • 04.01.2012, 14:06 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Ergänzung: Eine Energieversorgung basierend auf Kohle, Erdgas, Erdöl und Kernenergie hört sich natürlich nicht so visionär an wie die Nutzung von Luft und Liebe, bzw. Wind und Sonne.

    Allerdings war man sehr froh als man Wind- und Sonnenenergie mit dem beginnenden Industriezeitalter durch Kohle ersetzen konnte.

    Vandale

  • 04.01.2012, 11:30 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Hallo Martina, weltweit ist die Kohle seit Jahren die Energiequelle mit dem höchsten absoluten Zuwachs, gefolgt von Erdgas.

    In Deutschland bietet sich in erster Linie die Braunkohle an. Diese ist langfristig (Jahrhunderte) preiswert verfügbar. Eine Zukunftsvision könnte die Untertagevergasung der 50 Mrd. to Steinkohle zwischen Ruhr und Nordsee darstellen.

    Das grösste Zukunftsperspektive hat die Kernenergie. Eine enorme Energiedichte des Brennstoffs und der Reaktoren verspricht eine überlegene Wirtschaftlichkeit künftiger Reaktorkonzepte. Aufgrund des sehr geringen Brennstoffbedarfs ergeben sich im Verhältnis zu Kohle, oder Wind und Solar viel geringere Mengen an toxischen/radiotoxischen Abfällen. Die Uran- und Thoriumvorkommen der Erdkruste erlaubt es einen steigenden Energiebedarf über Millionen Jahre zu decken. Es bedarf sehr komplexer Konstellationen um Kernspaltungen auszulösen. Daraus ergibt sich ein sehr geringes Risikopotential. So gab es lediglich einen Unfall der kommerziellen Kernenergienutzung der eine grössere Anzahl Todesopfer gefordert hat (Tschernobyl 1986, 58 direkte Todesopfer gem. UN Bericht 2005).

    Vandale

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