Strommarkt
Kunden profitieren von zunehmendem Wettbewerb

Das Bundeswirtschaftsministerium empfiehlt Stromkunden die Vorteile zunehmenden Wettbewerbs auf dem Strommarkt zu nutzen. Dabei sollten die Bedingungen der Stromlieferungen vor einem Wechsel genau geprüft werden. Verbraucherschützer warnen vor Anbietern, die Vorkasse verlangen oder auf lange Vertragslaufzeiten bestehen.
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DÜSSELDORF/BERLIN. Aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums sollten sich Stromverbraucher wegen vereinzelter Probleme mit Stromanbietern nicht generell von einem Wechsel abhalten lassen. Erst der Wechsel ermögliche es den Stromkunden, "die Vorteile zunehmenden Wettbewerbs auf dem Strommarkt zu nutzen", hieß es gestern im Ressort von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. Der FDP-Politiker propagiert immer wieder den Stromanbieterwechsel.

Allerdings mahnt das Ministerium auch, die Bedingungen der Stromlieferungen vor einem Wechsel genau zu prüfen. Dabei müssten Vertragslaufzeit, Kündigungsfristen und Zahlungsbedingungen im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Ähnlich argumentiert auch die Bundesnetzagentur, die für die Regulierung des Strommarktes zuständig ist. Er könne Verbrauchern "nur dazu raten zu prüfen, ob sie ihre Stromrechnung lange im Voraus bezahlen wollen", sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, dem Handelsblatt. Verbraucherschützer warnen regelmäßig vor Anbietern, die Vorkasse verlangen oder auf lange Vertragslaufzeiten bestehen.

Die Bundesnetzagentur wies Forderungen nach einer strengeren Überwachung der Anbieter zurück. "Wenn ein Anbieter technisch, personell oder wirtschaftlich nicht in der Lage ist, seine Kunden zu beliefern, können wir ihm den Betrieb ganz oder teilweise untersagen", sagte Kurth. "Es kann aber nicht die Aufgabe einer Behörde sein, Insolvenzen mit absoluter Sicherheit zu verhindern", sagte Kurth. Das müsse der Markt regeln. Im Telekommunikationsmarkt habe es auch einige Insolvenzen gegeben, sagte Kurth. Man schaue unseriösen Anbietern allerdings durchaus auf die Finger. Seine Behörde habe 2007 bereits einem Stromanbieter den Betrieb untersagt.

Sollte es aufgrund von Problemen mit einem Stromanbieter zu einem Lieferausfall kommen, kommt die im Energiewirtschaftsgesetz geregelte "Ersatzversorgung" zum Tragen: Der Grundversorger, in der Regel die lokalen Stadtwerke, springen ein und beliefern den betroffenen Haushalt mit Strom.

Die Branche sieht das Problem unzuverlässiger Stromlieferanten gelassen. Es handele sich dabei um Einzelfälle. Allerdings bringe das Fehlverhalten einzelner Anbieter die gesamte Branche in Misskredit, sagte Hildegard Müller, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dem Handelsblatt. Die Branche habe ein starkes Interesse daran, Missstände zu bekämpfen und sehe sich in dieser Frage mit den Verbraucherschützern auf einer Linie.

"Die Stromkunden können unter einer Vielzahl von Anbietern wechseln. Mit 1.100 Unternehmen verfügt Deutschland über eine Vielfalt, die in Europa ihresgleichen sucht. Das sorgt für einen harten Wettbewerb, von dem der Kunde profitieren kann", sagte die BDEW-Hauptgeschäftsführerin. Welche Geschäftsmodelle sich am Ende durchsetzten, entscheide der Verbraucher.

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