Strommarkt
RWE streitet Preismanipulation ab

Der Essener Energiekonzern RWE hat nach einer internen Überprüfung seines Handels an der Leipziger Strombörse den Vorwurf der Preismanipulation zurückgewiesen.

HB DÜSSELDORF. „Zu keinem Zeitpunkt hat das Unternehmen durch seinen Handel die Preise manipuliert oder in die Höhe getrieben“, teilte RWE am Donnerstag mit. RWE Trading habe die kompletten Handelsdaten von insgesamt 17 500 Gebotsstunden am Strom-Spotmarkt der EEX für die Jahre 2005 und 2006 untersucht. Konzernchef Harry Roels nannte den Vorwurf der Preismanipulation völlig ungerechtfertigt. „RWE trickst nicht und täuscht nicht“, sagte er.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sind im Februar Daten mit Handelsaktivitäten großer Versorger wie RWE an der EEX an verschiedene Empfänger verschickt worden. Diese nährten den Verdacht, dass Stromkonzerne den Preis an der Börse durch eine Verknappung des Angebots in die Höhe getrieben haben könnten. Der Chef von RWE Trading, Peter Terium, sagte am Mittwochabend vor Journalisten in Essen, die Daten seien zwar echt, die mitgelieferte Analyse aber völlig irreführend.

Anders als in den Berichten behauptet habe RWE 2006 keinen Anteil von 28 Prozent, sondern nur von rund zwölf Prozent am Spotmarkt der EEX gehabt. Er verwies darauf, dass es RWE den Stromhandel auch intern kontrolliere, um Fehlverhalten auszuschließen. „Wer Preise manipuliert, verliert nicht nur seinen Arbeitsplatz, sondern auch seien Händlerlizenz.“

RWE und andere große Energiekonzerne wie Eon stehen wegen ihrer dominierenden Marktstellung unter Beschuss von Verbraucherschützern, Politik und stromintensiver Industrie. Diese werfen den Versorgern vor, die Strompreise ungerechtfertigt in die Höhe zu treiben. RWE will wie Eon die jüngsten Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Handel an EEX auch von einem unabhängigen Gutachter untersuchen lassen. Die Ergebnisse sollen bis Mai vorliegen.

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