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18.07.2006 

Die Versorger begründen den erneuten Höhenflug der Strompreise unter anderem mit der Hitzewelle, die europaweit den Strombedarf angekurbelt hat. Deutschland exportiere verstärkt Energie nach Südeuropa, wo wie in den Vorjahren wegen der Dürre Wasserkraftwerke vom Netz gegangenen seien. In den vergangenen Tagen habe die Rekordjagd des Ölpreises – der Leitwährung auf dem weltweiten Energiemarkt – die Stromhändler zusätzlich verunsichert. Die Notierungen der für die Kraftwerksbetreiber wichtigen Brennstoffe Erdgas und Kohle folgten mit Zeitverzögerung den Vorgaben vom Ölmarkt.

VIK-Geschäftsführer Richmann kann die Argumente allerdings nicht nachvollziehen: „Der Preis ist so deutlich gestiegen, dass sich das mit fundamentalen Faktoren nicht erklären lässt.“ Er erneuert vielmehr die Kritik der Industriekunden an der Marktmacht der vier großen Produzenten Eon, RWE, Vattenfall Europe und Energie Baden-Württemberg, die 80 Prozent der deutschen Stromproduktion kontrollieren: „Das Oligopol der Produzenten ist die einzige konstante Größe im Strommarkt“, klagt Richmann.

Die Versorger fühlen sich zu unrecht attackiert. Eon-Energie-Chef Johannes Teyssen betonte vor wenigen Tagen, die Vertriebsorganisationen seines Unternehmens seien unmittelbar nach der Preiskorrektur im Mai auf Industrie, andere Versorger und Händler zugegangen, um diesen zu günstigen Preisen Strom zu verkaufen. Mit dieser Verkaufsoffensive habe die Handelstochter von Eon allein im Mai für die kommenden Lieferjahre 6 500 Gigawattstunden zu günstigen Preisen verkauft – ein Vielfaches im Vergleich zu den Vorjahren.

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