Strompreise
Jetzt schlagen auch die Großen zu

Die Regionalversorger machten den Anfang. Jetzt kommen – so heißt es – auch die Konzerne Eon und RWE aus der Deckung. Die Versorger wollen die Strompreise kräftig erhöhen, Begründung: gestiegene Beschaffungspreise. RWE dementiert.

HB DÜSSELDORF/HAMBURG/FRANKFURT. In der vergangenen Woche hatten 67 meist kleinere Regionalversorger angekündigt, ihre Tarife zum 1. Juli teils drastisch zu erhöhen. Nun würden Eon und RWE folgen, heißt es in einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Eon wolle die Stromtarife nach bisheriger Planung zum September an die „gestiegenen Beschaffungspreise“ anpassen. Bei großen RWE-Regionalgesellschaften zeichne sich ein ähnlicher Termin ab, hieß es. Die Höhe sei dabei noch unklar. Keinesfalls, so zitiert „Der Spiegel“ RWE-Manager, werde die vom Konkurrenten Vattenfall in Berlin und Hamburg vorgegebene Marke von rund sieben Prozent erreicht.

Die jüngsten Strompreiserhöhungen waren Politikern heftig kritisiert worden. Stadtwerke und Konzerne nutzten die zum 1. Juli wegfallende Genehmigungspflicht ihrer Tarife schamlos aus. Verbraucherverbände riefen die Kunden dazu auf, von ihrem verbrieften Wechselrecht zu günstigeren Stromanbietern Gebrauch zu machen.

RWE hat den Magazinbericht zurückwiesen. „Aussagen zu Strompreiserhöhungen durch RWE sind reine Spekulationen. Es gibt zurzeit weder Beschlüsse noch konkrete Planungen dazu“, sagte ein Konzernsprecher. RWE will allerdings eine Strompreiserhöhungen nicht ausschließen. „Wir wissen nicht, wie sich die Situation im Spätsommer entwickelt“, sagte der Konzernsprecher mit Blick auf die Entwicklung der Großhandelspreise an der Leipziger Strombörse. „Akuten Handlungsbedarf sehen wir allerdings nicht.“ Eon war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Am 1. Juli endet die staatliche Preisaufsicht für die von den meisten Kunden genutzten Grundversorgungstarife. Die Stromkonzerne müssen sich dann ihre Erhöhungen nicht mehr von den Landeswirtschaftsministerien genehmigen lassen. Nach einer am vergangenen Wochenende veröffentlichten Marktübersicht des Verbraucherportals Verivox wollen dann bereits mindestens 67 Stromanbieter ihre Grundversorgungstarife deutlich erhöhen. Durchschnittlich steigen die Preise der Untersuchung zufolge um 8 Prozent, in einem Fall sogar um mehr als 34 Prozent.

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