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Stromversorger: Deutsche verbrauchen in der Krise deutlich weniger Strom

Die deutschen Stromversorger haben wegen der Wirtschaftskrise im ersten Halbjahr deutlich weniger abgesetzt als noch ein Jahr zuvor. Der Stromverbrauch verringerte sich um rund sechs Prozent – vor allem bei Industriekunden gab es einen dramatischen Einbruch.

Die Wirtschaftskrise schlägt heftiger auf dem Strommarkt durch als in anderen Konjunkturzyklen. Quelle: ap
Die Wirtschaftskrise schlägt heftiger auf dem Strommarkt durch als in anderen Konjunkturzyklen. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Nach einer internen Statistik des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), die dem Handelsblatt vorliegt, hat sich der allgemeine Verbrauch in Deutschland um rund sechs Prozent verringert.

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Damit schlägt die Wirtschaftskrise deutlich stärker auf dem Strommarkt durch als in anderen Konjunkturzyklen. Bislang war der Verbrauch in Rezessionsphasen um zwei, höchstens drei Prozent gesungen. Noch im Januar hatte RWE für dieses Jahr nur ein Minus von zwei Prozent prognostiziert.

Den BDEW-Zahlen zufolge brach der Verbrauch im April um 13,7 Prozent ein. Inzwischen hat sich die Lage aber wieder etwas stabilisiert. Im Mai lag das Minus bei 5,6 Prozent und in den ersten fünf Monaten bei 6,3 Prozent. Für Juni rechnet der Verband mit 5,7 Prozent, so dass das Minus im ersten Halbjahr knapp über sechs Prozent gelegen haben dürfte.

Da gut die Hälfte des Stroms von Privathaushalten verbraucht wird und deren Nachfrage vergleichsweise wenig auf die Konjunktur reagiert, lässt sich ermessen, dass der Einbruch bei den Industriekunden dramatisch gewesen sein muss.

Das deckt sich mit den Zahlen, die die Energie Baden-Württemberg (EnBW) als erster der großen Versorger in der vergangenen Woche veröffentlichte. Das Unternehmen setzte nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 22,3 Prozent weniger Strom an Industriekunden ab als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt verringerte sich der Stromabsatz der EnBW um 9,4 Prozent – also noch stärker als im Branchenschnitt.

Erste Branchenvertreter rechnen aber allmählich mit einer Entspannung. Vattenfall-Chef Lars Josefsson sieht die Talsohle erreicht. Der Markt werde sich aber nur „sehr langsam“ erholen. Eon-Chef Wulf Bernotat hatte jüngst erklärt, dass er im zweiten Halbjahr mit einer Normalisierung rechne.

Über das gesamte Jahr dürfte sich das Minus beim Stromverbrauch zwischen drei und fünf Prozent einpendeln, schätzen die Analysten von Sal. Oppenheim.

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