Stromversorger
EDF schluckt Ökostrom-Tochter ganz

Der französische Versorger EDF will die zweite Hälfte seiner Ökostrom-Tocher Energies Nouvelles kaufen. EDF war seit der Katastrophe in Japan wegen seines Engagements in der Kernenergie in der Kritik.
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ParisDer französische Atomkraftriese EDF setzt unter dem Eindruck der Atom-Katastrophe in Japan auf Ökostrom. EDF will deshalb die ebenfalls an seiner Wind- und Solarstromsparte beteiligten Aktionäre loswerden und bot am Freitag an, ihre Anteile an EDF Energies Nouvelles (EEN) für rund 1,5 Milliarden Euro zu kaufen. Damit wolle EDF „voll von der zukünftigen Wertschöpfung der erneuerbaren Energien profitieren“. EEN befindet sich zu 50 Prozent im Besitz anderer Aktionäre.

Analysten kritisierten, das Übernahmeangebot ergebe keinen strategischen Sinn, da die EEN-Aktien zuletzt bereits angesichts des Atom-Desasters an Wert gewonnen hatten.

Angesichts der jetzigen Atomkraft-Debatte sei es wohl eher als ein medienwirksames Geschäft gedacht, hieß es. EDF geriet nach der Atomkatastrophe in Japan wegen seines großen Engagements in der Kernenergie unter Druck. Zuletzt stießen zudem die Pläne des Konzerns für Preiserhöhungen auf Gegenwind in der Politik. Seit dem Erdbeben in Japan am 11. März hat die EDF-Aktie rund 15 Prozent verloren.

Der weltgrößte an der Börse notierte Kernenergie-Produzent bot den EEN-Aktionären 40 Euro pro Anteilsschein - ein Aufschlag von 10,4 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Insgesamt wird das Tochterunternehmen an der Börse mit 2,8 Milliarden Euro bewertet. Die Aktien beider Unternehmen wurden am Freitag vor Börseneröffnung vom Handel ausgesetzt. EEN-Titel sollen am Montag wieder gehandelt werden, wie der Mutterkonzern EDF bekanntgab.

Der spanische Versorger Iberdrola hatte sich im vergangenen Monat zu einem ähnlichen Schritt entschieden und den Minderheitsaktionären seiner Ökostrom-Tochter Iberdrola Renovables ein Übernahmeangebot vorgelegt. Allerdings geschah dieser Schritt Anfang März und damit unabhängig von der Atomkatastrophe in Japan.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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