Strumpfhersteller
Neue Eigentümer stricken Kunert um

Mit tiefen Einschnitten versucht das neue Management, den traditionsreichen Strumpfhersteller Kunert aus der Krise zu führen.

HB MÜNCHEN. Um die Kosten zu senken, werden Werke in Europa geschlossen und die Produktion nach Afrika und Asien verlagert. Auch die Verwaltung wird gestrafft. Gleichzeitig versuchen die Allgäuer, ihre Strümpfe besser zu vermarkten.

Angeführt von der Londoner Filiale der Deutschen Bank sind im vergangenen Sommer Finanzinvestoren bei Kunert eingestiegen, um das hoch defizitäre Unternehmen zu retten. Kunert war zu dem Zeitpunkt schon lange im freien Fall: Die Umsätze brachen Jahr für Jahr ein und dem Vorstand gelang es nicht, die börsennotierte Firma profitabel zu machen. Daneben schmolz das Eigenkapital bedrohlich zusammen.

Die neuen Investoren übernahmen Kredite von Kunert und beteiligten sich gleichzeitig an einer Kapitalerhöhung. Jetzt gehört ihnen knapp ein Drittel der Firma. Die Mehrheit der Aktien ist in Streubesitz. Die Familie Kunert, zuvor der größte Einzelaktionär, besitzt nur noch rund neun Prozent der Anteile.

Als eine der ersten Maßnahmen tauschten die neuen Großaktionäre die Führungskräfte aus. Der gesamte Vorstand sowie zahlreiche Manager der zweiten Reihe mussten gehen. Doch das war erst der Anfang. Die neue Führungsspitze machte sich schnell daran, die Kosten zu senken. Deshalb wird in diesen Tagen das Werk in Geyer im Erzgebirge geschlossen. Auch eine Fabrik in Ungarn wird dicht gemacht. Die Produktion wandert stattdessen in die Niedriglohnländer Marokko und China.

Das ist noch nicht alles: Kunert will künftig nur noch die Hälfte der Ware selbst produzieren. Jeder zweite Strumpf soll von fremder Seite bezogen werden: „Wir kaufen jetzt auf der ganzen Welt ein“, sagt Produktionsvorstand Klaus Lange.

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