
DÜSSELDORF. Die weltweite Automobilindustrie steht vor den größten technologischen Veränderungen seit dem Einsatz des Verbrennungsmotors vor mehr als 100 Jahren. Die nachhaltige Entwicklung zur Elektrifizierung der Fahrzeugantriebe ist nicht mehr zu stoppen. Bereits im Jahr 2015 werden mehr als 4,5 Mio. Pkw-Neuwagen weltweit – doppelt so viele wie heute - als Hybride und Elektroautos verkauft. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Uni Duisburg-Essen, die NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der Chef des Essener Chemiekonzerns Evonik, Klaus Engel, heute in Düsseldorf vorstellten.
In der Folgezeit wird sich der Vormarsch CO2-armer Antriebstechnologien rapide beschleunigen. Gemäß der Studie soll sich die Zahl der Ökoautos bis zum Jahr 2025 auf knapp 56 Mio. Fahrzeuge vervielfachen. Damit wären in 15 Jahren 65 Prozent aller weltweit verkauften Pkw-Neuwagen Hybride (also Fahrzeuge mit kombiniertem Verbrennungs- und Elektroantrieb) und reine Elektroautos. Ein großer Treiber dieser Entwicklung sind nach Ansicht von Experten insbesondere die Riesenstädte Chinas, die ohne Elektromobilität ihre steigenden Umweltbelastungen nicht in den Griff bekommen werden.
Nach Einschätzung von CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer resultiert daraus im Jahr 2025 ein Markt für Hochtechnologie-Stromspeicher in der Automobilindustrie von 130 Mrd. Euro pro Jahr. Allein für die Lithium-Ionen-Batterien erwartet Dudenhöffer ein Marktvolumen in einer Größenordnung von 77 Mrd. Euro
Vor allem wegen der starken Position der Batterieindustrie in Japan, China, Korea und den USA hängt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilbauer „in entscheidenden Maße vom freien Zugang zu innovativer Batterietechnik ab“, betonte Dudenhöffer . Jedoch sei es Evonik gelungen, einen neuen Ansatz für die Entwicklung von Lithium-Ionen- Batterien zu finden, der es erlaubt, international auf dem Feld der Spitzentechnologie zu konkurrieren.
Für den renommierten Automobilexperten ist der Essener Chemiekonzern bislang das einzige europäische Unternehmen, das - abgesehen vom Abbau der Rohstoffe – die gesamte Wertschöpfungskette der Lithium-Ionen-Batterietechnik für die Automobilindustrie abbildet. Die Wertschöpfungskette reicht von der Herstellung der Ausgangsmaterialien über die Komponenten-Produktion, dem sogenannten Packageing der Zellen zu Batterieblocks bis zu den Anwendungen in den verschiedenen Fahrzeugvarianten.
Neben Evonik sind mit den Chemiekonzernen BASF und Merck Lieferanten für die Stromspeichertechnik und mit den Autozulieferern Bosch und Continental, die sich auf das Batterie-Packageing konzentrieren, wichtige Ansatzpunkte für den Aufbau einer Hochleistungs-Batterie-Kompetenz in Deutschland vorhanden.
In einem Gemeinschaftsunternehmen im sächsischen Kamenz haben Evonik und der Stuttgarter Automobilhersteller Daimler mit dem Aufbau einer Serienproduktion von Lithium-Ionen-Batterien begonnen, die ab 2012 im Elektro-Smart verbaut werden. Pro Jahr sollen in der ersten Stufe 20 000 dieser Fahrzeuge produziert werden. Jede einzelne Batterie soll nach Angaben aus Industriekreisen mehr als 10 000 Euro kosten. Evonik wollte dies nicht kommentieren.
Lithium-ion-batterien sind ein "dead end" und bei 250 Watt/kg ausgereizt. Leider haben alternative batterietechnologien (etwa Metall-Luft) in Deutschland kaum eine Chance, weil die großen Konzerne erst einmal ihre bestehenden Produktionskapazitäten auslasten wollen. Soviel zum Thema Fortschritt... Stimme dem Artikel ansonsten zu: E-Mobility kommt. Und das ist auch gut so.
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