Studie der IG Metall
Jeder dritte Metaller ist Leiharbeiter

In der Metallbranche gibt es mehr als eine Millionen Leiharbeiter und Werkvertragskräfte. Das zeigt laut eines Medienberichts eine Studie der IG Metall. Das „Krebsgeschwür“ Werkvertrag hat sich demnach ausgebreitet.
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HamburgIn der Metall- und Elektroindustrie arbeiten laut einer Studie der IG Metall mehr als eine Million Menschen als Leiharbeiter oder mit Werkverträgen. Das entspreche fast einem Drittel der Beschäftigten der gesamten Branche, berichtete der „Spiegel“ am Wochenende vorab aus seiner neuen Ausgabe. Für die bislang unveröffentlichten Studie befragte die Gewerkschaft demnach über mehrere Monate Betriebsräte, um das Ausmaß von Leiharbeit und Werkverträgen in der Metallbranche zu erfassen.

Die Ergebnisse zeigten, wie weit sich „das Krebsgeschwür“ Werkvertrag inzwischen ausgebreitet habe, sagte der designierte IG-Metall-Chef Detlef Wetzel dem Magazin. Am auffälligsten ist dem Bericht zufolge der Trend in der Automobilindustrie, in der es neben 763.000 Stammbeschäftigten inzwischen 100.000 Leiharbeiter und 250.000 Beschäftigte mit Werkverträgen gebe. In der Stahlindustrie sind es demnach 19.000 Werkvertragsbeschäftigte neben 61.000 Festangestellten.

„Ich habe nichts gegen Werkverträge generell“, sagte Wetzel dem „Spiegel“. Er habe aber „entschieden etwas dagegen, wenn sie genutzt werden, das Lohnniveau massiv zu drücken“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Studie der IG Metall: Jeder dritte Metaller ist Leiharbeiter"

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  • Vielen Dank für diesen Artikel!!
    Es ist ja nun mal so, dass Unternehmen alle Möglichkeiten nutzen, ihren Gewinn zu mehren. Das ist ja auch ihre Aufgabe!
    Allerdings hat die Politik - durch den Einfluss der mächtigen Konzerne und deren reiche Aktionäre - jedes Augenmaß vermissen lassen. Die Aufgabe der Politik muss es sein, die berechtigten Interessen der Unternehmen und die volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten auszubalancieren. Das wurde und wird sträflich vernachlässigt! Die Unternehmen konkurrieren zu viel darum, wer am besten im Senken der Löhne ist anstatt sich um einen Produktivitätszuwachs zu bemühen! Das geht so nicht, wenn wir INSGESAMT voran kommen wollen.
    Die Folgen sind erschütternd! Es sind nicht nur die prekären Beschäftigungsverhältnisse und ein schwacher Binnenkonsum auf der einen Seite, sondern auch Exportüberschüsse, die zu bloßen Forderungen führen und dadurch bedingt die Handelsungleichgewichte in der Eurozone UND der Weltwirtschaft auf der anderen Seite. Wird diese einseitig auf den Export ausgerichtete Politik fortgesetzt, wird das ohne Zweifel zum Zusammenbruch der EZ führen. Frankreichs Bürger machen das Spiel nicht mehr lange mit. Das mag jetzt einige freuen, aber wenn das passiert, kommen wir hier in ganz große Schwierigkeiten.
    Dann können wir einen großen Teil unserer Betriebe zu schließen und unsere "schönen Waren" nur noch aufessen - sonst nichts mehr (üppige Aufwertung bei Einführung von nationalen Währungen). Dann landen wir vielleicht auch bei 25% Arbeitslosigkeit! Kann sich jemand vorstellen was dann hier los ist? Ich möchte mir das nicht vorstellen!!
    M.E. bleibt nur ein Politikschwenk: Wir müssen hier endlich die Löhne erhöhen - und zwar kräftig! Zugleich muss die Austeritätspolitik beendet werden. Der Nachfrageausfall führt uns nämlich geradewegs in eine Deflation - die wir eigentlich jetzt schon haben (1,1% bzw. 0,7%). Die Zinssenkung wird mit Sicherheit nicht reichen!
    LG Traumschau

  • Dann wissen wir auch, in welcher Branche die Altersarmut demnächst groß sein wird.

    Alles ein Verdienst der SPD-Oberen. Es ist an der Zeit, dass die SPD-Basis erkennt, wer sich dort nach oben geschlichen hat.

    Man konnte es sichtlich akustisch in den Nachrichten hören, wer in der SPD in Leipzig Kreide gefressen hat.

  • "Jeder dritte Metaller ist Leiharbeiter"

    Liebe stille, zuschauende Gewerkschaften, dann macht doch endlich, endlich richtig mal einen "Aufstand", der den Namen verdient !!!

    Wie viel Jahre braucht IHR noch ???

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