Studie
Deutsche Mitarbeiter sind engagiert und loyal

Mitarbeiter in Deutschland sind motivierter im Job als noch vor zwei Jahren. Sie liegen damit leicht über dem Schnitt der Europäer, von denen die Schweizer am engagiertesten arbeiten. Weltweit besonders motiviert bei der Arbeit sind Mexikaner, gefolgt von Brasilianern, Indern und US-Bürgern. Die Studie zeigt auch, dass ältere Beschäftigte genauso motiviert sind wie jüngere.

DÜSSELDORF. Ganz unten auf der Motivationsskala rangieren Angestellte aus Japaner, Hongkong und Südkorea. Dies ergab eine groß angelegte Studie der Unternehmensberatung Towers Perrin. Insgesamt nahmen mehr als 86 000 Arbeitnehmer in 18 Nationen teil, über 3 000 allein in Deutschland.

Demnach sind 17 Prozent der deutschen Arbeitnehmer hoch engagierte „Mitreißer“, 47 Prozent moderat engagiert und damit „Mitmacher“. Insgesamt also arbeiten knapp zwei Drittel der Beschäftigten mit Engagement. Dass Amerikaner bei der Arbeit mehr Engagement artikulieren und Asiaten am wenigsten, liegt vornehmlich an kulturellen Eigenheiten, sagt Michael Kramarsch, Deutschland-Geschäftsführer von Towers Perrin.

Deutsche Arbeitnehmer hätten in ihrem Job eine hohe Erwartungshaltung, sagt Dieter Frey, Professor für Sozialpsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie sähen deshalb manches kritischer als Beschäftigte in anderen Ländern.

Dies unterstreicht die Aussagekraft der guten Studienergebnisse. In Deutschland stieg allein der Anteil der hoch engagierten Mitarbeiter gegenüber der vorhergehenden Erhebung vor zwei Jahren um über zehn Prozent. „Die sehr positiven Ergebnisse waren auch für uns überraschend“, sagt Kramarsch. Sie zeigten, welche gute Arbeit die Unternehmen in den vergangenen Jahren geleistet hätten.

Die Motivation der Arbeitnehmer hängt dabei interessanterweise nicht vom Alter ab. „Jüngere Arbeitnehmer sind entgegen anders lautender Vorurteile nicht motivierter als ältere“, betont Kramarsch. Für das berufliche Engagement spiele auch der persönliche Hintergrund der Mitarbeiter oder ihr Verhältnis zum direkten Chef kaum eine Rolle. Entscheidender sind vielmehr die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten und das Bild, das die Führungsebene von der Firma vermittelt.

Die Unternehmenskultur hat hierzulande im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten besonders prägenden Einfluss auf das Engagement der Mitarbeiter. Kramarsch: „Für viele Arbeitnehmer spielt das Gefühl der Fürsorge, die ihr Unternehmen für sie und auch innerhalb der Gesellschaft übernimmt, eine wichtige Rolle.“ Die Motivation der Führungskräfte ist jedoch in erster Linie davon abhängig, welcher Gestaltungsspielraum ihnen zugestanden wird. Persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und ihr Einfluss auf die Ergebnisqualität ist für sie wichtiger als für Kollegen auf unteren Karrierestufen, resümiert Michael Kramarsch.

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