Studie
Europas Top-Wertschöpfer

Der Trend hat sich umgekehrt: Deutsche Konzerne konnten ihre Wertschöpfung deutlicher steigen als britische. Damit liegt die heimische Wirtschaft im europäischen Vergleich ganz vorne - allerdings nicht in den Boombranchen.

LONDON. Die Wertschöpfung deutscher Großunternehmen ist im vergangenen Jahr stärker gewachsen als die britischer Konzerne. Obwohl die britische Wirtschaft von den starken Zuwächsen im Öl- und Bergbausektor profitierte, reichte sie nicht an den starken Zuwachs in Deutschland heran. Insbesondere in Sachen Arbeitsproduktivität erweisen sich die Konzerne aus Europas größter Volkswirtschaft als Spitze. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PWC) für das britische Wirtschaftsministerium hervor, die heute in London veröffentlicht wird.

„Der bisherige Trend, dass britische Firmen ihre Wertschöpfung stärker steigern als deutsche, hat sich umgekehrt“, sagt Mark Andler, Direktor bei PWC. Die deutschen Vertreter aus dem Kreis der 750 größten europäischen Konzerne legten in dieser Messgröße um 11,3 Prozent zu, die britischen nur um 9,6 Prozent.

Die „Value Added Scoreboard“- Studie lässt das britische Wirtschaftsministerium jährlich als Barometer für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft durchführen. Sie beruht auf einer Auswertung der Bilanzen tausender europäischer Unternehmen. Die Autoren der Studie errechnen daraus die eher unüblichen Messgrößen Wertschöpfung und Arbeitsproduktivität.

Gemessen an der Zahl der Unternehmen haben allerdings die meisten der führenden europäischen Wertschöpfer ihren Sitz in Großbritannien, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Unter den Top Ten finden sich vier deutsche Konzerne: Daimler liegt mit einer Wertschöpfung von knapp 40 Mrd. Euro auf Rang zwei hinter dem Ölkonzern Royal Dutch Shell, aber noch vor drei weiteren Energieriesen: Total, BP und Gazprom. Auf den Plätzen sechs und sieben folgen die Deutsche Telekom mit rund 30 Mrd. Euro und Siemens mit 29 Mrd. Euro. Auch VW liegt mit 27 Mrd. Euro auf Rang neun noch in der Spitzengruppe.

Unter den führenden 50 Unternehmen finden sich 14 deutsche Unternehmen, darunter Allianz und Deutsche Bank, BMW und Bosch, die Deutsche Post und die Deutsche Bahn, Thyssen-Krupp, BASF und die Versorger Eon und RWE. Gerade was die Arbeitsproduktivität anbelangt, schneiden die deutschen Konzerne stark ab (siehe Tabelle). Sie wird als Wertschöpfung je Beschäftigten berechnet. Nach Branchen betrachtet, sind nicht nur die deutschen Autohersteller, Chemiekonzerne und Versorger produktiver als ihre Konkurrenten.

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