Studie
Klimaschutz verteuert Autos

Die EU will die Autobauer zwingen, den CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge zu senken. Was für die Umwelt gut ist, ist für die Hersteller Gift. Die kostspieligen technischen Neuerungen zur Abgasreduzierung dürften ihren Gewinn auffressen. Vielleicht ist es aber auch der Kunde, der die Zeche letztlich zahlt. Eine Studie sagt, um wieviel teurer ein Auto werden dürfte.

FRANKFURT. Die Rating-Agentur Standard & Poor's nennt in einer Studie, die am Dienstag veröffentlicht wurde, Kostenschätzungen der Branche von 600 bis 3 000 Euro pro Fahrzeug. Bei einer durchschnittlichen Profitabilität bei den meisten Volumenherstellern von 1 bis 3 Prozent und damit weniger als 500 Euro pro Fahrzeug, bedeute die Einführung von gesetzlichen Emissionsstandards durchaus ein „Risiko für die finanzielle Leistungsfähigkeit und Bonität der europäischen Autoproduzenten“, sagt Maria Bissinger, Auto-Analystin von Standard & Poor's. Die zum Teil ohnehin schon dünnen Margen der europäischen Autoproduzenten könnten damit noch weiter unter Druck geraten. Allerdings verdienen die Autobauer einen nicht unerheblichen Teil ihres Geldes über die Finanzierung der Wagen.

Die EU will die Autobauer dazu verpflichten, den Ausstoß von CO2 pro Kilometer bis 2012 auf durchschnittlich 130 Gramm zu reduzieren. Die geplanten schärferen Umweltauflagen für Autos treffen vor allem die großen deutschen Premiummarken, da ihre Modelle in der Regel größer und höher motorisiert sind als die der Konkurrenz im Volumensegment. Details der Regelung sind allerdings noch ungeklärt.

Während die deutschen Hersteller die Auflagen an Klassen und Größen der Fahrzeuge ausrichten wollen, sind Franzosen und Italiener dafür, dass jeder einzelne Hersteller in gleicher Weise mit seiner Fahrzeugflotte die Auflagen erfüllen muss. Aus beiden Ländern kommen traditionell kleinere Autos.

Sollten die CO2-Auflagen künftig pro Hersteller gelten, würde dies BMW, Mercedes und Audi mit ihren „komfortablen Renditen empfindlich schädigen“, sagt Bissinger. Eindeutiger Profiteur einer solchen Regelung wäre dagegen der italienische Autobauer Fiat, der mit seiner Flotte bereits heute einen Durchschnittswert von unter 140 Gramm erreiche und kaum Zusatzkosten befürchten müsse, glaubt Bissinger. Den positiven Ausblick für das Rating von Fiat begründet Standard & Poor's allerdings vorrangig mit der gesteigerten Ertragskraft und Cash-Flow-Generierung.

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