Studie
Krebsmedikament-Erfolg beflügelt Bayer-Aktie

Der Pharmakonzern Bayer hat mit seinem Krebsmedikament Nexavar einen wichtigen Durchbruch erzielt.

HB LEVERKUSEN. Bei einer groß angelegten Studie zur Behandlung von Leberkrebs gelang es den Medizinern, mit dem Medikament die Überlebenszeit der behandelten Patienten deutlich zu verlängern. Nexavar sei damit der erste erfolgreich getestete Präparat im Kampf gegen den Leberkrebs, teilte der Konzern am Montag mit.

Einer der führenden Ärzte der Studie, Jordi Bruix, sprach von einem beispiellosen Erfolg: "Nexavar könnte die erste in zahlreichen Ländern zugelassene Therapie für diese schwierig zu behandelnde Krebserkrankung werden." Leberkrebs ist weltweit der fünfthäufigste Tumor und die dritthäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen. 2002 starben über 600 000 Menschen am Leberzellkarzinom. Besonders problematisch: Obwohl in der Krebsforschung in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht wurden, stieg die Zahl der Todesfälle durch Leberkrebs weiter an.

Bei der Studie waren insgesamt 602 Patienten mit Leberkrebs in Amerika, Europa, Australien und Neuseeland mit Nexavar beziehungsweise mit wirkungslosen Plazebos behandelt worden. Dabei konnte Nexavar die Überlebenszeit der Patienten nach Angaben des Konzerns um 44 Prozent verbessern. Bei schweren Nebenwirkungen gab es keine signifikanten Unterschiede zur Plazebo-Gruppe. "Da es bis jetzt keine Therapie gibt, die die Überlebenszeit der vielen tausend Patienten mit Leberkrebs signifikant verlängert, können diese überzeugenden Studienergebnisse Nexavar zu einem Standard für die Erstlinien-Therapie bei Leberkrebs werden lassen", sagte Josep Llovet, einer der leitende Prüfärzte der Studie.

Bislang ist Nexavar, das sowohl die Krebszellen als auch das Gefäßsystem des Tumors angreift, lediglich zur Behandlung von Nierenkrebs zugelassen. Doch testet der Konzern das Präparat auch im Kampf gegen zahlreiche andere Krebserkrankungen wie Lungen-, Brust- oder Hautkrebs. Erweist sich das Medikament dabei als wirksam, dann könnte das Umsatzpotenzial von Nexavar nach Einschätzung des Konzerns die Eine-Milliarde-Euro-Schwelle erreichen. Nexavar ist damit einer der größten Hoffnungsträger in der Forschungspipeline des Leverkusener Konzerns. Bereits im Jahr der Markteinführung hatte der Konzern mit dem Medikament einen Umsatz von 130 Millionen Euro erzielt.

Die positiven Forschungsergebnisse verhalfen den Bayer-Aktien am Montag zu einem Kursanstieg von 0,4 Prozent auf 54,56 Euro. Der Dax übersprang am Montag erneut die 8 000-Punkte-Marke und erreichte in der Spitze mit 8 009 Punkten den höchsten Stand seit März 2000. Zum Rekordhoch aus dem selben Monat trennen ihn noch rund 130 Punkte. Gestützt wurde der Index von Kursgewinnen und Jahreshöchstständen bei den schwer gewichteten Aktien wie Bayer und Allianz.

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