Studie
Maschinenbau strebt ins Ausland

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau wird in den nächsten Jahren weiter Produktion ins Ausland verlagern. Rund ein Fünftel der Maschinenbauunternehmen plant in den nächsten Jahren einen Neuaufbau oder einen Ausbau von Produktion im Ausland. Mit ihrer Forschung und Entwicklung bleiben die Firmen aber weiterhin überwiegend dem Standort Deutschland treu.

FRANKFURT. Hier planen nur vier Prozent eine Verlagerung. Dies ist das Fazit einer Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Branchenverbandes VDMA erarbeitet hat. Dabei hat das IW 1 237 Maschinenbau-Unternehmen zufällig ausgewählt und befragt.

2004 beschäftigte der deutsche Maschinen- und Anlagenbau rund 260 000 Personen im Ausland, dies war etwa ein Viertel der gesamten Stellen. 1990 betrug der Anteil der Mitarbeiter im Ausland erst 16 Prozent. Insgesamt beschäftigt der Maschinenbau rund 860 000 Personen in Deutschland und ist damit der größte industrielle Arbeitgeber.

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, sieht den Trend zur Verlagerung etwas abgeschwächt, da sich die Kostenstruktur in Deutschland verbessert habe. „Wichtig ist, dass die Forschung und Entwicklung in Deutschland bleibt, und hier gibt es keine Anzeichen zur Verlagerung“, sagte Hüther in Frankfurt. „Wenn die Forschung und Entwicklung wegbricht, ist auch die Produktion bald stark gefährdet.“ Nach den Ergebnissen der Umfrage haben bisher nur sechs Prozent der Maschinenbauer diese Tätigkeiten ins Ausland verlagert, und nur vier Prozent wollen in den nächsten drei Jahren mit ihnen ins Ausland gehen.

Nach den Ergebnissen der Studie ist die Globalisierung auf der Absatz- und Beschaffungsseite viel stärker ausgeprägt als bei der Produktion und der Entwicklung. Mit einem Exportanteil von über 70 Prozent ist der Maschinenbau eine sehr internationale Branche. Knapp die Hälfte der Unternehmen kauft weltweit ein. „Wer nur in Deutschland bleibt, verschwindet bald vom Markt“, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDMA, Dieter Brucklacher, in Frankfurt. Seine Firma, die Industriemesser für die holzbearbeitende Industrie herstellt, sei frühzeitig nach Japan gegangen, um zu verhindern, dass dort ein Wettbewerb entstehe.

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