Studie mit dem Stifterverband geplant
Industrie dämpft Hoffnung auf mehr Stipendien

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) plant keine Programme für Stipendien. "Es geht nicht darum, dass wir hier im BDI Milliarden-Programme planen. Unser Ziel ist es, das private Engagement zu stärken. Das geht aber nicht im Laufe von ein oder zwei Jahren", sagte der Hauptgeschäftsführer des BDI, Carsten Kreklau, dem Handelsblatt (Montagsausgabe).

BERLIN. Damit dämpft der BDI Erwartungen, die sein Präsident Jürgen Thumann selbst geweckt hatte: Kurz nach Amtsantritt 2005 kündigte er an, die Industrie werde „mehr Geld in die Hand nehmen“, um Studenten mit Patenschaften oder Fonds zu helfen.

Vor dem Hintergrund der Debatte um die Studiengebühren und ihre womöglich abschreckende Wirkung sowie die generell niedrige Akademikerquote in Deutschland hatte dies große Hoffnungen geweckt. Bislang ist das private Stipendienwesen in der Bundesrepublik, anders als etwa in den USA, völlig unterentwickelt. Lediglich zwei Prozent der Studenten erhalten ein Stipendium. Den Löwenanteil stellen hier jedoch die elf Begabtenförderwerke, die zum allergrößten Teil vom Bundesbildungsministerium finanziert werden. Auch die Stiftung der deutschen Wirtschaft/Studienförderwerk Klaus Murmann, das jährlich mehr als tausend Studenten und Doktoranden unterstützt, finanziert diese Stipendien ausschließlich mit staatlichen Fördergeldern. Ministerin Annette Schavan (CDU) will diesen Posten so aufstocken, dass bis 2009 ein Prozent der Studenten erreicht wird.

BDI-Geschäftsführer Kreklau gab sich jedoch zuversichtlich, dass auch das Angebot der Wirtschaft weiter wachsen werde. Zunächst will sich der BDI nun einen Überblick verschaffen und plant dazu eine Studie mit dem Stifterverband.

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