Studie
Nur jeder vierte Aufsichtsrat in Firmen eine Frau

Die SPD-Ministerin will die Frauenquoten in Aufsichtsräten vorantreiben. Bis 2016 soll die Pflicht sein. Doch nur jede vierte Frau ist in Top-Positionen öffentlicher Unternehmen. Nun soll das Gesetz nachgebessert werden.
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BerlinDer Anteil von Frauen in Top-Positionen öffentlicher Unternehmen liegt noch immer deutlich unter den von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) gewünschten 30 Prozent. Das berichtete die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf eine Auswertung im Auftrag des Familienministeriums, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wird.

Danach liegt der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten in öffentlichen Unternehmen von Bund, Ländern und Kommunen bei 25,1 Prozent. Bei Unternehmen mit Bundesbeteiligung ist nur jede fünfte Position in Aufsichtsgremien mit einer Frau besetzt. Der Frauenanteil in Vorständen und Geschäftsführungen bei Firmen mit Bundesbeteiligung liege sogar nur bei 13,9 Prozent.

Schwesig sagte „Bild“: „Freiwillige Vereinbarungen haben nichts gebracht. Frauen in Spitzenpositionen sind Mangelware. Deshalb ist es an der Zeit, dass hier nachgebessert wird.“

Im Deutschlandradio Kultur sagte die Ministerin: „Man kann nicht der Wirtschaft Dinge abverlangen, die der öffentliche Bereich selbst nicht einhält“. Für öffentliche Unternehmen und Gremien, die der Bund zu besetzen hat, sei zwar sogar eine Quote von 50 Prozent festgelegt worden. Leider habe sich bisher keiner daran gehalten.

„Und deshalb schärfe ich dieses Gesetz jetzt an“, sagte die Ministerin. So sollten Unternehmen, wie zum Beispiel die Deutsche Bahn oder die Deutsche Flugsicherung künftig auch von dem Gesetz erfasst werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es ist bemerkenswert, dass im Jahre 2014 Politiker in westlichen Demokratien schamlos den Unternehmen -egal ob öffentlich oder privat - kommunistisch-planwirtschaftliche Vorgaben machen wollen.
    Wo doch gerade die Stellenbesetzung (nach Eignung und sonst nichts) ein zentrales Feld der eigenständigen unternehmerischen Entscheidung ist. Da ist mir die amerikanische Antwort auf das Chancengleichheits-Defizit viel lieber: anti discrimination ja, Quotenirrsinn nein.

  • Wie viele Frauen sind überhaupt qualifiziert dazu?
    Wer es nicht von alleine "nach oben" schafft, hat dort auch absolut gar nichts verloren!
    Diese Quotenregelungen erinnern doch sehr stark an einige Wirtschaftssysteme, die dem internationalen Wettbewerb nicht Stand hielten und die es deshalb nun nicht mehr gibt!
    QUO VADIS DEUTSCHLAND???

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