Industrie

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Studie: Nur noch jeder vierte Volkswagen kommt aus Deutschland

exklusivVolkswagen ist Europas größter Autobauer. Doch in seinem Heimatland Deutschland produziert der Konzern 2012 nur noch jedes vierte Auto. Bereits jedes dritte Fahrzeug wird einer Studie zufolge in China hergestellt.

Autoproduktion in Wolfsburg: Nur noch jeder vierte Volkswagen wird in Deutschland hergestellt. Quelle: AFP
Autoproduktion in Wolfsburg: Nur noch jeder vierte Volkswagen wird in Deutschland hergestellt. Quelle: AFP

DüsseldorfEuropas größter Autobauer Volkswagen baut einem Bericht des Handelsblatts (Montagsausgabe) zufolge nur noch jedes vierte Auto der Kernmarke VW im Heimatland. Drei Viertel der 2012 produzierten Autos kamen aus dem Ausland. Mehr als jedes dritte Auto baute die Marke VW in China. Das ist das Ergebnis einer noch unveröffentlichten Studie des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen, die dem Handelsblatt vorliegt.

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CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer plädiert deshalb dafür, statt des Labels „Made in Germany“ stärker den Hinweis „Entwickelt in Deutschland“ in den Vordergrund zu stellen. „Die Fahrzeuge müssen deshalb keine schlechtere Qualität haben“, so der Branchenkenner. In der Regel sei es sogar umgekehrt: „Da die Werke im Ausland oft jünger und neuer sind, wird dort höhere Qualität produziert.“

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

  • Platz 10

    Nissan

    Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 9

    Toyota

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 8

    Daimler

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 7

    BMW Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 6

    Fiat Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 5

    Ford

    Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 4

    General Motors

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 3

    Renault Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 2

    PSA Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 1

    Volkswagen

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Quelle

Der Hochrechnung des Instituts nach liegt der deutsche Produktionsanteil bei den Herstellern von teuren und damit margenträchtigeren Premiummodellen deutlich höher als bei VW: Mercedes-Benz erreichte 68 Prozent, BMW 70 Prozent und die VW-Tochter Audi 81 Prozent.

Im Schnitt kamen aber wegen des hohen VW-Volumens – die Kernmarke lieferte 5,74 Millionen Einheiten aus – 2012 nur noch 46 Prozent der Autos der großen heimischen Marken aus Deutschland. Das führt zu einer Verlagerung des Beschäftigungsschwerpunkts: Von den 550.000 Beschäftigten des VW-Konzerns arbeiten gut 300.000 im Ausland, das entspricht 55 Prozent.

  • 24.02.2013, 16:25 Uhr

    "statt des Labels „Made in Germany“ stärker den Hinweis „Entwickelt in Deutschland“ in den Vordergrund zu stellen."

    Viele Verbraucher wie ich setzen vermehrt auf Produkte, die sowohl in Deutschland entwickelt als auch produziert werden. Wir haben kein Verständnis dafür, daß Werke außerhalb Deutschland modernisiert werden während hier überall kaputt gespart wird, sodass wir auch nicht mal wettbewerbsfähig handeln und produzieren zu können. Zudem werden nach und nach Entwicklungsstellen woanders aufgestockt zulasten Deutschlands. Schuld daran sind nicht nur diese passive Bundesregierung, sondern auch die Lenker in Unternehmen, die so leidenschaftslos ihre Arbeit erledigen. Bald bekommen wir drei BMW-Modelle und mehrere Mercedes-Modelle aus den USA. Hat die Bundesregierung eine geheime Vereinbarung mit den USA getroffen ihre Exporte anzukurbeln?

  • 24.02.2013, 17:06 Uhr

    @meantares
    "Viele Verbraucher wie ich setzen vermehrt auf Produkte, die sowohl in Deutschland entwickelt als auch produziert werden."
    Guter Ansatz, leider werden sie dann keinerlei technischen Produkte mehr kaufen können. Es gibt keine Hightech-Produkte die ohne Komponenten aus Fernost auskommen! Bestenfalls findet die Endmontage (noch) bei uns statt.
    Auch bei Sportschuhen und Kleidung dürfte es schwierig werden.
    Es geht den Unternehmen um Gewinnmaximierung und nichts weiter.

  • 24.02.2013, 17:45 Uhr

    Vielleicht heißt der VOLKSwagen nun so, weil er überwiegend aus der VOLKSrepublik China kommt?

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