Studie
Premium zahlt sich für Autobauer aus

Am Tag vor Veröffentlichung von Daimlers Halbjahreszahlen zeigt eine Studie: Der Autoboom lohnt sich besonders für die deutschen Hersteller hochwertiger Fahrzeuge. Doch selbst in den Schwellenländern drohen Einbrüche.
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HamburgDie deutschen Premiumautobauer Audi, BMW und Mercedes-Benz steigern ihren Gewinn überdurchschnittlich. Einer heute veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Alix-Partners zufolge („Alix-Partners 2011 Automotive Outlook“) betrug der Anteil der europäischen Hersteller am Ertrag der weltweiten Autoindustrie aus Neuwagenverkäufen im vergangenen Jahr gut 42 Prozent, der Anteil am Umsatz lag dagegen bei einem Drittel. „Vor allem die Deutschen profitieren besonders von einer starken Nachfrage aus China und Brasilien. Dazu kommt eine über den Erwartungen liegende Erholung des Premium-Segments in Europa“, sagt Thomas Sedran, Branchenexperte bei Alix-Partners und einer der Autoren der Studie.

Die europäischen Unternehmen erzielten vergangenes Jahr im Schnitt eine Nettomarge von fünf Prozent – der Durchschnitt der Industrie erreichte weltweit nur 4,2 Prozent. Allein die Autobauer aus Europa wie Volkswagen, Fiat und Renault erwirtschafteten 30 Milliarden Dollar des Gesamtertrages in Höhe von 71 Milliarden Dollar. 557 Milliarden Dollar des Gesamtumsatzes der Autoindustrie aus Neuwagenverkäufen in Höhe von 1675 Milliarden Dollar entfielen auf die Europäer.

Allerdings ist die Wachstumsperspektive der Hersteller in ihrer Heimatregion Westeuropa begrenzt: Der Studie zufolge erhöht sich der Absatz in den nächsten Jahren nur moderat, von 14,4 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2010 auf 16,1 Millionen im Jahr 2015. Vor dem Absatzeinbruch durch die Wirtschaftskrise verkauften die Hersteller 2007 bereits 17,2 Millionen Einheiten.

Branchenkenner Sedran sieht daher weiteren Anpassungsbedarf: „Die europäischen Autobauer müssen ihre Kostenstrukturen und Produktionskapazitäten den neuen Bedingungen anpassen“, sagt er. Selbst in Deutschland werden aus seiner Sicht die höheren Strukturkosten durch den Erfolg in China überdeckt. „Die mittelfristige Nachfrage in Europa deckt das Kostenniveau nicht ab“, so der Autoexperte von Alix-Partners. Die Lage einiger europäischer Volumenhersteller nennt Sedran gar „Besorgnis erregend“, da ihre Margen in den vergangenen Jahren kaum über drei Prozent gekommen seien. Das gilt etwa für Fiat und PSA.

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