Studie

Standort Deutschland in Gefahr

Deutschlands Industrie scheint in Europa schon länger ohne Konkurrenz zu sein. Doch die rasante Deindustrialisierung viele EU-Staaten wird zu einer Gefahr: Deutschland gehen Lieferanten und Kooperationspartner verloren.
4 Kommentare
Ein Arbeiter montiert einen Ventilator: Europa brauche eine Re-Industrialisierung, fordert vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt Quelle: dpa

Ein Arbeiter montiert einen Ventilator: Europa brauche eine Re-Industrialisierung, fordert vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt

(Foto: dpa)

BerlinWegbrechende Industrien in Europa gefährden einer Studie zufolge die deutsche Wirtschaft. „Der zunehmende Rückgang der Industrie in Europa ist für unsere heimischen Firmen von Nachteil, weil wichtige Kunden, Lieferanten und Kooperationspartner verloren gehen“, heißt es in einer noch unveröffentlichten Studie, über die die Tageszeitung „Die Welt“ (Samstagsausgabe) berichtet. Die Studie wurde laut Zeitung im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) und vom Institut der deutschen Wirtschaft Consult (IW) erstellt.

Demnach hat bereits fast ein Drittel der Unternehmen einen wichtigen Kunden in Westeuropa verloren. Jede zehnte Firma beklagt demnach den Wegfall von Lieferanten. Der Wegfall von Konkurrenten falle dagegen kaum ins Gewicht.

Während die deutsche Industrie in den vergangenen Jahren ihre starke Stellung weiter ausgebaut habe, erleben laut der Studie viele EU-Staaten wie Frankreich, Großbritannien oder Italien eine rasante Deindustrialisierung. In Frankreich werde beispielsweise nur noch jeder zehnte Euro in der Industrie verdient. Hierzulande trage die Industrie dagegen zu 22,3 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei.

„Europa braucht eine Re-Industrialisierung“, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt der „Welt“. Davon würde auch Deutschland stark profitieren. Den Vorwurf, die deutsche Exportstärke verursache den westeuropäischen Volkswirtschaften Probleme, bezeichnete das IW als absurd. Da die Industrie innerhalb der EU so stark vernetzt sei, profitierten die anderen Länder vielmehr von der deutschen Exportstärke.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Studie - Standort Deutschland in Gefahr

4 Kommentare zu "Studie: Standort Deutschland in Gefahr"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Deindustrialisierung in anderen EU-Länder kann mit Freihandelsabkommen entgegen gewirkt werden. Asien und Südamerika sind grosse Wachstums Märkte für allerhand Waren und Dienstleistungen.

    Und auch die BRD erwirtschaftet zunehmend Umsatzerlöse im Dienstleistungsbereich. Das ist wieder die typische Faulheit der Wirtschaft hierzulande sich anzupassen und sich neue Märkte zuerschliessen.

    Da rennen dann wieder alle Interessenverbände des Landes zu den Politikern und fordern sie auf per Gesetz etwas dagegen zu unternehmen. Nur das ist dann meist zum Nachteil der Arbeitnehmer.

    Wenn die Produkte zuteuer werden und der Absatz zurück geht kann man zum einen die Zölle abschaffen oder eben seine Leute noch mieser bezahlen.

    Die Politik sollte Unternehmen steuerlich entlasten die ihre Mitarbeiter anständig bezahlen. Dh. man könnte doch diverse Prozentsätze der Abgaben an das Budget für die Angestellten koppeln. Da dieses Geld ja wieder in die Volkswirtschaft zurückfließt.

  • Das isr das Ziel unserer Politiker. Die Energiepreise lassen Sie deshalbd explodieren. Weder Wirtschaft noch der Bürger kann sie bezahlen.

  • Ja genau netshadow da haben sie vollkommen recht.
    Erst alle aussaugen und dann jammern wenn die Kuh keine Milch mehr gibt. Das ganze ist nur noch eine
    einzige Umvereilungsaktion. Erst aussaugen, dann über
    Transferleistung (ESM) die anderen Staaten über die Steuerzahler stützen. Und wer hat das Geld in den Taschen. Ein paar wenige Industrielle und Manager....
    Armes Deutschland!

  • "Da die Industrie innerhalb der EU so stark vernetzt sei, profitierten die anderen Länder vielmehr von der deutschen Exportstärke."

    Na was braucht man denn jetzt wirklich?
    Die anderen als Zulieferer, damit Deutschland weiter und mehr in Nicht-EU Länder exportieren kann?
    Hab ich das richtig verstanden? Oder sollte es heißen, Mist, wir haben die Investitionen in den EU-Ländern gekappt (müssen ja alle sparen und faul sind se auch noch) und müssen nun sehen wo wir unsere Zuarbeiter her bekommen?
    Schon was gemerkt, lieber Herr Brossardt?
    Man hätte auch schreiben können, selbst schuld, Geiz ist eben nicht nur Geil. Oder ohne Investitionen reich werden geht auch nicht, oder zu lange gewartet bis auch die Arbeitnehmervertreter in den anderen Ländern mürbe genug sind, oder es ist nicht mehr sehr vertrauenserweckend seine Produkte von "billigen" Arbeitern fertigen zu lassen (die wollen tatsächlich jetzt auch in Schwellenländern mehr Teilhabe) ...ließe sich fortsetzen.
    Aber - wo kommt nur dieser verdammte Fachkräftemangel und wo kommen diese maroden Brücken her *seufz*

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%