Studie
US-Zulieferer verlieren Anschluss

Die krisengeschüttelten US-Autozulieferer geraten immer mehr ins Hintertreffen. Nach einer Studie der Mittelstandsbank IKB zeichnet sich ab, dass in zehn Jahren deutsche und japanische Zulieferergruppen die Branche dominieren werden. Warum die Konkurrenz den Amerikanern enteilt.

FRANKFURT. Auch in der Zuliefererbranche bahnt sich damit eine Kräfteverschiebung an, die bei den Herstellern bereits weitgehend vollzogen ist. So hat Toyota dieses Jahr erstmals General Motors (GM) als größten Autohersteller der Welt abgehängt. Die amerikanischen Zulieferer dürften vor dem Hintergrund der Entwicklung auf ihrem Heimatmarkt auch in den kommenden Jahren nicht aus der Krise finden, lautet das Fazit der Untersuchung, die im Auftrag des Branchenverbandes VDA erstellt wurde. Noch sitzen zwei der fünf größten Zulieferer, Delphi und Magna, in Nordamerika.

Die akute Schwäche der US-Giganten GM, Ford und Chrysler hat damit auch Konsequenzen für deren wichtigste Zulieferer. Ein großer Teil der Lieferanten ist wegen der schwachen Entwicklung ihrer Hauptabnehmer in Nordamerika angeschlagen oder steckt bereits in Insolvenz nach Chapter 11.

Die Konsolidierung der Branche in den USA beschleunigt sich damit rasant und wird nach Meinung von Karsten Gerhardt, dem Autor der IKB-Studie, am Ende deutlich kleinere Unternehmen zurücklassen. „Bei der Restrukturierung dürften in großem Stil Unternehmensteile verkauft oder stillgelegt werden“, erwartet er. Als potenzielle Käufer macht Gebhardt Finanzinvestoren sowie japanische und deutsche Zulieferer aus. Ein Manager aus der Branche, der namentlich nicht zitiert werden wollte, bestätigte, dass viele Zulieferer in Europa derzeit nach attraktiven Unternehmensteilen in den USA Ausschau halten würden.

Große Zulieferer wie der deutsche Reifen- und Autoteilehersteller Continental haben sich längst auf Einkaufstour gemacht. Schon im vergangenen Jahr kaufte Conti in den USA die Autoelektronik-Sparte von Motorola. Nun will das Unternehmen aus Hannover die Siemens-Tochter VDO für 11,4 Mrd. Euro übernehmen, die Kartellbehörden müssen allerdings noch zustimmen. Es ist der größte Zukauf in der Firmengeschichte, er katapultiert den Dax-Konzern in eine neue Kategorie. Gemeinsam mit VDO rückt Conti zu einem der größten Unternehmen der Branche auf und wird sich künftig in vielen Bereichen auf Augenhöhe mit dem Branchenprimus Bosch bewegen.

Zwei Unternehmen unter den Top fünf kommen damit künftig aus Deutschland. Doch die japanische Konkurrenz bleibt den einheimischen Lieferanten im Nacken. Auf Platz zwei steht mit Denso schon ein japanischer Zulieferkonzern.

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