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Studie warnt: Deutsche Industrie verpasst Elektroauto-Boom

Die Unternehmensberatung Roland Berger warnt: Deutsche Firmen verpassen den Boom auf dem Wachstumsmarkt für Elektroauto-Batterien. Nur eine Ausnahme gibt es, die sich dem Trend verschrieben hat.

Eine Ladestation für Elektroautos in Aachen: Der Handel mit Lithium-Ionen-Akkus ist laut Studie ein Wachstumsmarkt, dem sich die deutsche Industrie bislang verschließt. Quelle: dpa
Eine Ladestation für Elektroautos in Aachen: Der Handel mit Lithium-Ionen-Akkus ist laut Studie ein Wachstumsmarkt, dem sich die deutsche Industrie bislang verschließt. Quelle: dpa

MünchenDie deutsche Industrie läuft laut einer Studie Gefahr, dem Wachstumsmarkt für Elektroauto-Batterien hinterher zu laufen. Das durch die Zunahme von Elektroautos erwartete Milliardengeschäft mit Lithium-Ionen-Batterien würden sich bereits 2015 nur noch fünf Anbieter weltweit untereinander teilen, prognostiziert eine Marktstudie der Münchner Roland Berger Strategy Consultants. Allerdings bilde Bosch eine Ausnahme, da der Stuttgarter Konzern zusammen mit Samsung einen der erfolgversprechenden Batteriehersteller, SB LiMotive, gegründet hat.

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Außer Bosch werde aber kein deutsches Unternehmen an diesem Boom teilhaben. Asiatische Firmen haben laut der Studie die Nase vorn.

Die Roland-Berger-Experten gehen davon aus, dass das Marktvolumen für Lithium-Batterien für Elektrofahrzeuge 2015 knapp 9 Milliarden Dollar beträgt. Bis 2020 könnten es im günstigsten Fall mehr als 50 Milliarden Dollar sein. Allerdings warnt die Studie auch vor Überkapazitäten. 2015 seien die Produktionskapazitäten doppelt so hoch wie die Nachfrage, erwartet Wolfgang Bernhart, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants.

„Die Batteriehersteller haben ihre Expansion zum Teil großzügig geplant“, urteilte Bernhart. In den nächsten Jahren sei deshalb eine Konsolidierung zu erwarten. Von den 1000 Unternehmen, die derzeit auf dem Markt für Lithium-Ionen-Batterien für Fahrzeuge aktiv seien, würden in vier Jahren lediglich fünf 80 Prozent des Marktes beherrschen. Neben AESC, einem Joint-Venture des französisch-japanischen Autokonzerns Renault-Nissan und NEC, seien dies der südkoreanische Mischkonzern LG Chem, die Japaner Panasonic/Sanyo sowie A123 und SB LiMotive. Nicht zu unterschätzen sei außerdem die zunehmende Konkurrenz aus China. Bis 2020 werde sich China vermutlich zum größten Markt für E-Mobilität entwicklen.

  • 06.09.2011, 21:49 UhrAnonymer Benutzer: heinrich

    Ich habe gehört, daß alle Hartz4-Empfänger zukünftig ein kostenloses Elektroauto beantragen können. Nicht schlecht, oder?

  • 06.09.2011, 18:33 Uhrnet_worker

    Es gibt noch eine Ausnahme.
    Daimler hat zusammen mit Evonik die Deutsche Accumotive gegründet. Dort werden auch Lithium Ionen Akkus für Fahrzeuge von Daimler gebaut. Zunächst wohl für den Eigenbedarf. Aber was spricht dagegen, die Akkus auch an andere Hersteller zu verkaufen. Je höher das Volumen umso besser.

  • 06.09.2011, 17:19 Uhrludwig_matthias@web.de

    Ist ja nicht schlimm. Vor kurzem gab es auf Handelsblatt online eine Bericht in dem ein Experte, der sich mit der Materie auskennt, folgendes gesagt:
    "Der Elektro-Hype ist mir unerklärlich", sagt der promovierte Maschinenbauer Indra, "die eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020 in Deutschland halte ich für illusorisch"
    http://www.handelsblatt.com/auto/test-technik/experte-sieht-elektro-autos-sehr-kritisch/4579790.html

    Da steht mal wieder (Experten) Aussage gegen Aussage.

    Ich denke dass BWM und Bosch sich auf den richtigen Weg begeben haben und sich Vorbereiten für die Zukunft.
    Entscheidend sind immer noch die Kunden, die eine neue Technik kaufen oder nicht.
    Die Hersteller die bereits EVs verkaufen (GM mit dem Volt, Nissan mit dem Leaf) klagen zumindest nicht über zuwenig Nachfrage sondern haben eher das Problem dass sie mit der Produktion nicht hinterherkommen.
    Ich bin der Meinung dass sich mehr Autokäufer vorstellen können sich ein EV zu kaufen als sich mancher Experte vorstellen kann.
    Wenn weitere Hersteller in Deutschland EVs anbieten, wird sich schon zeigen, welche Experten recht behalten.

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