Studie
Warum die Lkw-Bauer ihre Gewinne wieder steigern können

Nach einem Horrorjahr geht es für die Nutzfahrzeugsbranche wieder aufwärts. Die Zeichen der Erholung mehren sich. Bis zum Jahr 2015 werden die Gewinne wieder annähernd das Niveau von vor der Krise erreichen, hat eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey&Company ergeben, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt. Und das obwohl die Branche eine milliardenteure Aufgabe zu stemmen hat.
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DÜSSELDROF. Die große Herausforderung für die Lkw-Bauer sind die verschärften Emissionsnormen für Stickoxide und Feinstaub bei schweren Lkw. Allein die Umstellung auf die Euro-6-Norm im Jahr 2013 wird den Antriebsstrang pro Lastwagen um bis zu 5500 Euro verteuern. Weltweit ergibt sich durch strengere Vorschriften in diesem Bereich eine Belastung von insgesamt rund sechs Mrd. Euro in den kommenden fünf Jahren, heißt es in der Studie. Die zusätzlich geforderten CO2-Einsparungen kosten bis zu 4,5 Mrd. Euro.

Die Anforderungen sind zwar mit hohen Kosten verbunden, doch sie haben für Hersteller wie Daimler, Scania oder MAN auch gute Seiten: "Das schützt die etablierten Hersteller auf ihren Heimatmärkten", sagt McKinsey-Partner Bernd Heid, leitender Autor der Studie, die den Markt für Nutzfahrzeuge über sechs Tonnen Nutzlast analysiert. Der so erarbeitete technologische Vorsprung und die verbesserte Verbrauchseffizienz sieht er als Wettbewerbsvorteil, mit dessen Hilfe die Platzhirsche den Markteintritt von preisagressiven Herstellern aus Indien oder China in Nordamerika, Europa und Japan derzeit noch verhindern könnten. Mittelfristig aber werden ihre Preise durch die Rivalen aus den Schwellenländern McKinsey zufolge aber unter Druck geraten. Das werde den Gesamtgewinn der Branche bereits in den kommenden fünf Jahren um bis zu eine Mrd. Euro schmälern.

Steigern werden den Gewinn der Lkw-Bauer die sinkenden Rohstoffpreise. Sie werden der Branche bis Mitte des Jahrzehnts zusätzlich bis zu zwei Mrd. Euro mehr in der Kasse lassen, so die Prognose. Das ist allerdings kein Selbstläufer. Denn Bernd Heid spricht hier von einem regelrechten Umbruch: Früher seien Stahlpreise einmal im Jahr festgelegt worden, inzwischen schwankten sie teilweise monatlich. Diese Preisvolatilität zwingt die Lkw-Bauer zum Handeln: "Die Hersteller müssen rasch Kompetenz zum Umgang mit stark schwankenden Rohmaterialmärkten aufbauen." Es kommt ihm zufolge darauf an, wer sich die notwendigen Fähigkeiten am schnellsten aneignet. "Die großen globalen Hersteller können sich hierbei sicherlich einen Vorteil erarbeiten."

Vor allem drei weitere Effekte steigern die Profitabilität: Allein die Erholung des Marktes von der Krise bringt bis zu 6,5 Mrd. Euro, zusätzliches Wachstum insbesondere in den Schwellenländern bis zu 1,5 Mrd. Euro und Kostensenkungen durch globale Plattform- und Gleichteilstrategien bis zu eine Mrd. Euro. Dabei sieht der McKinsey-Partner die etablierten westlichen Hersteller wie Daimler und MAN in einer zentralen Rolle "Sie treiben die Konsolidierung der Märkte voran."

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