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Studie zum Niedergang: Deutsche Solarbranche vor der Sonnenfinsternis

Mit Milliardensummen hält die Politik die deutsche Solarindustrie am Leben. Doch eine Studie zeigt: Der frühe Tod der einstigen Vorzeigebranche ist nicht mehr aufzuhalten. Für den Niedergang gibt es sieben Gründe.

DüsseldorfEs gab Zeiten, da feierten deutsche Firmen wie Q-Cells und Solarworld rauschende Partys. Luxusschiffe wurden angemietet, um Kunden zu imponieren. Kosten spielten keine Rolle.

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Doch diese Zeiten sind für deutsche Solarunternehmen vorbei. Bei der größten Leistungsschau der Solarwirtschaft „Intersolar“, die gestern in München eröffnete, haben vor allem chinesische Firmen wie Weltmarktführer Suntech oder sein Rivale LDK Grund zum Feiern.

Denn in keiner anderen Branche haben sich seit 2007 die Machtverhältnisse so radikal geändert wie in der Solarindustrie. Auf dem damaligen Höhepunkt des Solarbooms beherrschten die Deutschen über 20 Prozent des Weltmarkts. Heute sind es nur noch gut sechs Prozent.

Das sind die Gewinner der Solarkrise

  • Führender Solarkonzern

    Yingli-Chef Liansheng Miao zählt nicht zu den Managern mit Manieren. Seine Gesprächspartner lässt er gerne einmal warten, und ein Wort in Englisch kommt ihm nicht über die Lippen. Aber Reden zählt sowieso nicht zu seinen Stärken, Miao ist ein Macher, einer, der innerhalb weniger Jahre einen der weltweit führenden Solarkonzerne geschaffen hat.

  • Rekordverluste

    Die im Jahr 1998 gegründete Firma Yingli Green Energy hat sich neben Trina Solar und Ja Solar aus der Masse der chinesischen Firmen herausgeschält. Dem negativen Branchentrend können sich aber selbst die Vorzeigekonzerne nicht entziehen. Wegen des ruinösen Preiskampfs schrieb Yingli im abgelaufenen Jahr bei einem Umsatz von 2,3 Milliarden Dollar einen Rekordverlust von einer halben Milliarde Dollar.

  • Hoffnung dank Auftaktquartal

    Auch Ja Solar und Trina haben tiefrote Bilanzen, aber ihre Kosten bleiben dank starker Gewinne in früheren Jahren unter Kontrolle. Das Auftaktquartal macht Hoffnung: Der in den USA gelistete chinesische Photovoltaikhersteller Ja Solar weitete im ersten Quartal seine Gesamtkapazität auf 366 Megawatt aus - und übertraf damit die Analystenschätzungen. Der Umsatz sank zwar leicht von 309 auf 254 Millionen Dollar.

  • Starke Auslieferungen

    „Das ist aber eine deutliche Verbesserung gegenüber den vergangenen Quartalen, als die Zahlen teilweise 50 Prozent unter denen des Vorjahres lagen“, sagte Walter Vorhauser von der Close Brothers Seydler Bank. Grund für die Trendwende waren unerwartet starke Auslieferungen. Mit geringeren Verlusten und weniger stark gesunkenen Umsätzen ist man in der Branche gegenwärtig schon zufrieden.

  • In China wettbewerbsfähig

    Ja Solar, Trina und Yingli sind in China wettbewerbsfähig. Das sollte sich auszahlen, denn als Folge der schwachen Nachfrage in Europa will Chinas Regierung den heimischen Bau von Solarprojekten fördern. Und über die Verluste brauchen sich Yingli, Ja Solar und Trina letztlich ohnehin nicht zu sorgen. Peking betrachtet die Solarindustrie als Schlüsselbranche - Pleiten sind da nicht vorgesehen.

Und der Niedergang wird sich fortsetzen. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman, die dem Handelsblatt vorliegt, werden „künftig nur etwa zehn Modulhersteller den Weltmarkt beherrschen“. Ob ein deutscher Konzern, etwa der hiesige Marktführer Solarworld, dabei sein wird, ist zweifelhaft. Denn die Produktionskosten deutscher Unternehmen sind bis zu 15 Prozent höher als die der asiatischen Konkurrenten.

Es gibt mehrere Gründe für den Niedergang der einstigen deutschen Vorzeigebranche. „Viele der deutschen Unternehmen hatten kein klares zukunftsfähiges Geschäftsmodell und setzten auf zu viele Technologien“, sagt Wolfgang Weger, Energieexperte bei Oliver Wyman. So versuchte etwa Q-Cells - inzwischen insolvent -, sich vom Zellfertiger zum Produzenten fertiger Solarmodule zu wandeln. Pünktlich zum Auftakt der „Intersolar“ beantragte auch der Dresdener Modulhersteller Solarwatt Gläubigerschutz.

Solarbranche Die größten Solarzellenhersteller der Welt

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So paradox es klingt: Hauptgrund für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen ist ausgerechnet die deutsche Subventionspraxis. Die üppige, von den Stromkunden bezahlte finanzielle Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ließ die Firmen träge werden. Sie verführte die einstigen Vorreiter zur Bequemlichkeit, sie nahm ihnen, wie ein schleichendes Gift, die Innovationskraft. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung blieben „gefährlich gering“, so das Zentrum für Solarmarktforschung (ZSF). Der koreanische Konzern LG etwa gibt an, seit 2009 genau 172 Patente angemeldet zu haben. Bei Solarworld waren es 75.

Um welche Dimensionen es bei der Förderung geht, zeigt ein vertrauliches Strategiepapier des Bundesumweltministeriums, das dem Handelsblatt vorliegt. Darin werden erstmals Berechnungen von Experten bestätigt, wonach alle bis heute installierten EEG-Anlagen bis 2031 Fördergelder von 150 Milliarden Euro erhalten. Alleine auf die Solarindustrie entfallen 85 Milliarden Euro.

Hauptprofiteure der Förderung sind auch nicht mehr deutsche Firmen, sondern asiatische. Nur noch 15 Prozent der auf deutschen Dächern installierten Solaranlagen stammen aus deutscher Produktion, ermittelte das ZFS. China geht einen anderen Weg: Es fördert nur chinesische Firmen.

Handelsblatt Online zeigt die sieben Fehler der deutschen Solarstrategie auf.

  • 25.01.2013, 21:09 Uhrrenrew

    Hier scheißen unsere Politiker vor China in die Hose.
    Wir müssen mit unserer Rechnung die Solarindustie in China fördern.
    Der Eid den unsere Politiker leisten ist ein Meineid wird aber nicht bestraft.
    (Der Nutzen für das deusche Volk mehren)
    Dann gut Nacht.

  • 11.07.2012, 10:16 Uhrstefanpietzsch

    Der Artikel greif an vielen, sehr vielen Stellen zu kurz! Ziel des EEG war(!) es eine Technologie, welche auf Grund ihrer Marktunreife, jedoch mehr noch der bestehenden Netzwerkeffekte, es bei gegebenen Umständen nicht geschafft hätte Wettbewerbsfähig zu werden, einen Anschub zu geben. Natürlich hat das EEG es allen Martteilnehmern sehr einfach gemacht, aber das Ziel war es die Kosten zu reduzieren. Leider war die Solarbranche damit zu erfolgreich... Dies führte zu extrem ansteigenden Installationszahlen und damit auch Förderkosten, mit der nachfolgenden müßigen Diskussion. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr eine ideologisch verbohrte Diskussion zu führen, welche vor allem von den Vertretern der nicht-erneuerbaren aus einem wenig inhaltsschwangerem von eherblicher kognitiver Dissonanz geprägtem Blickwinkel geführt wird. Wir sollten uns über eine Zielvekotr unterhalten welcher neben den reine Gestehungskosten auch folgendes beinhaltet: Energieimportabhängigkeit, CO2-kosten, nicht internalisierte externe Effekte (Endlagerkosten, saurer Regen, globale Erwärmung nebst folgen, Asthmaerkrankungen, etc. ), Opportunitätskosten der Subventionierung der Nichterneuerbaren, Riskioüberwälzung von Kraftwerksbetreibern auf die Gesellschaft u.v.m..
    Ich bin kein "Ökofaschist" und eigentlich ein überzeugter HB-leser, allerdings habe ich Sorge, dass man die Thematik langsam unter dem Thema "nicht-vermittelbar" behandeln muss. Der HB Artikel hat leider nicht viel Konstruktives beigetragen udn ist mit gefährlchem Halbwissen gespickt...
    Für inhaltliche Anregungen bin ich erreichbar unter stefanpHB-120614@yahoo.de

  • 03.07.2012, 15:55 UhrAch

    Ach Gottchen.... Was wollen Sie denn mit noch mehr Solarstrom um die Mittagszeit im Sommer sinnvolles anfangen? Richtig nichts. Und auch auf lange Sicht wird Brankohlenstrom etwa 3 Cent die kWh in der Erzeugung kosten. Mit einem entscheidenden Vorteil: der Strom kommt auch nachts und im Winter aus der Steckdose.
    Es gibt nicht nur ökonomische Gründe, die gegen jede weitere Solarzelle sprechne sondern auch sehr handfeste technsiche. Wer die physikalisch-technische Realität ausblendet, glaubt natürlich an eine solare Zukunft.

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