Studien decken Schwachstellen in der Branche auf – Konsolidierung wird fortschreiten
Maschinenbauer verdienen zu wenig

Der Befund schockiert: Fast jeder zweite deutsche Maschinenbauer sieht sich selbst in einer Krise. Das geht aus einer Befragung der Beratungsgruppe Helbling Management Consulting bei 290 Unternehmen aus mehreren Bereichen der Branche hervor.

FRANKFUR/M. Von einer – in der Regel auch Existenz bedrohenden – Liquiditätskrise ist zwar nur bei rund fünf Prozent der Unternehmen die Rede. Doch fast jeder fünfte Firmenlenker stuft seine Ertragslage als krisenhaft ein, und der Rest meint, in einer Strategie-Krise zu stecken

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„Für uns ist hier das Bild einer kranken Branche entstanden“, urteilt Helbling-Geschäftsführer Nikos Pallis. „Denn auch die Kennzahlen der Branchenbesten signalisieren, dass auf viele von ihnen Probleme aus der Finanzierungs-Ecke zukommen, und das, obwohl viele von ihnen Weltmarktführer sind.“

Die Begründung: Die erfolgreichen Unternehmen investieren im Schnitt sieben Prozent vom Umsatz, vor Steuern bleibe aber eine Rendite von fünf bis acht Prozent übrig. „Wenn das die guten sind, dann sind die schlechten wirklich sehr schlecht“, urteilt Pallis. Denn denen bliebe erst recht zu wenig übrig, um genügend Polster für magere Zeiten anzusetzen. Schon 2003 hatte eine Studie der Unternehmensberatung Mercer festgestellt: „Zumindest in guten Jahren sollte eine zweistellige Umsatzrendite erzielt werden.“ Tatsächlich aber schaffte der Maschinenbau insgesamt selbst in Spitzenjahren nur 3,4 Prozent.

Die Auguren sind sich einig: In einer so zyklischen Branche wie dem Maschinenbau reicht das nicht aus. Eine wichtige Ursache für die Konjunkturanfälligkeit sehen Helbling und Mercer in den zu hohen Fixkosten. Viele Unternehmen lebten trotz flexibler Arbeitszeitmodelle immer noch mit Fixkosten-Anteilen von 40 bis 50 Prozent – dabei wären 20 Prozent bei geringerer Fertigungstiefe, schlanker Verwaltung und variablen Vergütungssystemen möglich.

Als problematisch erweisen sich immer wieder auch die Eigenkapitalquoten. Zwar lagen sie laut Helbling-Studie bei den guten Unternehmen im Schnitt der vergangenen drei Jahre bei 41 Prozent. Die schwachen kamen aber nur auf 21 Prozent – bei sinkender Tendenz.

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