Stühlerücken beim russischen Ölkonzern
Yukos unter neuer Führung

Die Führung des angeschlagenen russischen Ölkonzern Yukos wurde am Donnerstag ausgetauscht. Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung in Moskau den früheren Zentralbankchef Wiktor Geraschtschenko zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.

HB MOSKAU. Der Aufsichtsrat habe wiederum den Vorstandsvorsitzenden Semjon Kukes durch dessen bisherigen Stellvertreter Steven Michael Theede ersetzt, teilte Yukos mit.

Geraschtschenko kündigte an, dass Yukos mit dem Staat über Steuernachforderungen von knapp drei Mrd. € für das Jahr 2000 verhandeln wolle. Der Rechtsstreit um das Steuerurteil gegen Yukos ging am Donnerstag vor Moskauer Gerichten weiter. Eine Entscheidung wird Ende Juli erwartet. Eine sofortige Zahlung würde den Konzern in den Bankrott treiben. Allerdings hatte der russische Präsident Wladimir Putin in der vergangenen Woche erklärt, der Staat sei nicht an einem Bankrott von Yukos interessiert.

Kukes führte Yukos nach der Verhaftung seines Vorgängers Michail Chodorkowski seit November 2003. Es gelang ihm jedoch nicht, die mit Hilfe des Straf- und Steuerrechts geführten Attacken des Staates abzuwehren. Kukes und Theede sind beide US-Bürger. Nach Meinung von Experten in Moskau wurde der Ex-Zentralbanker und erfahrene Wirtschaftspolitiker Geraschtschenko in die Yukos-Führung berufen, um einen Ausgleich mit dem Kreml zu erreichen.

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