Stuttgarter Autobauer bestätigt Gespräche
Daimler will sich vollständig von Chrysler trennen

Der Daimler-Konzern steht vor der endgültigen Trennung vom ehemaligen Partner Chrysler. Der Finanzinvestor Cerberus werde Daimler wahrscheinlich auch die restlichen 19,9 Prozent an Chrysler abkaufen, heißt es in einem Medienbericht.

STUTTGART/ FRANKFURT. Ein Daimler-Sprecher und bestätigte einen Bericht des "Manager Magazins". Nach Informationen aus Unternehmenskreisen sind die Gespräche schon in einem weit fortgeschrittenen Stadium.

Daimler würde damit endgültig die Scheidung von seiner ehemaligen US-Sparte vollziehen, die 1998 mit Daimler fusioniert hatte. Ein Sprecher von Cerberus war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Transaktion wird voraussichtlich bereits am Donnerstag auf der zweitägigen Strategietagung des Aufsichtsrates von Daimler Thema sein, hieß es in Unternehmenskreisen.

Daimler-Boss Dieter Zetsche hatte im August vergangenen Jahres zunächst rund 80 Prozent der US-Sparte an den Finanzinvestor Cerberus verkauft und damals betont, dass der Konzern an den übrigen 19,9 Prozent an dem US-Autobauer festhalte. Doch nun möchte Chrysler-Eigner Cerberus offensichtlich Daimler auch die restlichen Anteile am angeschlagenen US-Hersteller abnehmen, wie es am Mittwoch hieß.

Chrysler-Co-Präsident Jim Press hatte vor wenigen Tagen angekündigt, dass der Hersteller seinen Absatz von 2,7 auf rund 1,8 Mill. Fahrzeuge bewusst drastisch herunterfahren wolle, um sich finanziell zu sanieren. Langfristig wolle Chrysler sich auf einen Absatz von jährlich 2,5 Mill. Fahrzeuge einstellen.

Mit der endgültigen Trennung von Chrysler würde Daimler endgültig einen Klotz am Bein verlieren, der auch im laufenden Jahr die Bilanz des Autoherstellers weiter belastet hatte. So hatte der Anteil des deutschen Konzerns am anhaltenden Chrysler-Verlust im zweiten Quartal 2008 rund 356 Mill. Euro betragen, was den Wert der Beteiligung in den Büchern in Stuttgart auf gerade noch 171 Mill. Euro schmelzen ließ.

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