Stuttgarter Baukonzern soll Hoch- und Ingenieurbau in Deutschland voll übernehmen
Züblin sieht Chancen im Strabag-Konzern

Der Baukonzern Ed. Züblin erhofft sich von der Zusammenarbeit mit seinem künftigen Mehrheitsgesellschafter, der österreichischen Baugruppe Strabag, eine spürbare Stärkung. Züblin soll die deutschen Strabag-Aktivitäten im Hoch- und Ingenieurbau übernehmen.

wb HB STUTTGART. Der Baukonzern Ed. Züblin erhofft sich von der Zusammenarbeit mit seinem künftigen Mehrheitsgesellschafter, der österreichischen Baugruppe Strabag, eine spürbare Stärkung. Zum einen soll Züblin die deutschen Strabag-Aktivitäten im Hoch- und Ingenieurbau übernehmen. Daraus erwartet Vorstandschef Manfred Nußbaumer eine Steigerung der jährlichen Bauleistung von derzeit 1,5 Mrd. Euro auf 2,1 bis 2,2 Mrd. Euro.

Zum anderen setzen die Stuttgarter auf die hohe Präsenz der Strabag in Ost- und Südosteuropa, wo die Österreicher in erster Linie im Straßenbau aktiv sind. "Gemeinsam mit unserem Ingenieurbau können wir dort komplette Infrastrukturprojekte aus einer Hand anbieten", sagt Nußbaumer. Züblins Ingenieurbau umfasst den Bau von Tunnels, Brücken und Stützmauern, aber auch die (Betonpfahl-)Gründung von Hochhäusern.

Die Kehrseite der Medaille: Durch die Übernahme der Nicht-Straßenbau-Bereiche von der Strabag AG werden insgesamt "einige" Arbeitsplätze wegfallen - auf eine feste Zahl mag Nußbaumer sich noch nicht festlegen. Der 64-Jährige, seit vier Jahrzehnten im Baugeschäft und seit fast 20 Jahren im Züblin-Vorstand, soll noch die Integration der Strabag-Mitarbeiter in den Stuttgarter Konzern verantworten. Dafür wird sein Vertrag voraussichtlich über die Altersgrenze hinaus verlängert.

Noch allerdings ist die Übernahme Züblins durch die Strabag nicht ganz in trockenen Tüchern. Allerdings erwarten beide Unternehmen die Zustimmung der europäischen Kartellbehörden. Die Entscheidung wird Mitte September erwartet. Bis dahin bleibt die 48,7- Prozent-Beteiligung, die der Anfang Februar in Konkurs gegangene Baukonzern Walter Bau an die Bayerische Landesbank verpfändet hatte, in deren Obhut. Bei der Strabag liegen erst 4,9 Prozent. Ganze 3,7 Prozent befinden sich in Streubesitz - Züblin ist nicht börsennotiert. 42,7 Prozent sind im Besitz der Familie Lenz und sollen es auch bleiben.

Nußbaumer ist erleichtert, dass der "Hickhack um die Eigentumsverhältnisse ein Ende" hat. Glücklicherweise habe der Wirbel um den Konkurs von Walter Bau Züblin nicht allzu sehr geschadet, "auch nicht vom Personal her - unsere Mitarbeiter sind uns treu geblieben". Jetzt geht der Züblin-Chef davon aus, dass "sich die Sache beruhigt und auch private Eigentümer wieder mit uns bauen".

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