Stuttgarter kämpfen mit Problemen bei ihren Schlüsselpartnern – Hyundai und Mitsubishi bereiten Ärger
Daimler gerät in Asien unter die Räder

Vier Jahre nach dem Einstieg beim japanischen Partner Mitsubishi ist der Autokonzern Daimler-Chrysler bei seinem Expansionskurs in Asien auf eine schwierige Wegstrecke eingebogen. Massive Schwierigkeiten bei den Japanern, atmosphärische Verwerfungen mit der koreanischen Beteiligung Hyundai und ein sich in der vergangenen Woche ausweitender Rückrufskandal bei der Mitsubishi-LKW-Tochter Fuso – die Stuttgarter haben derzeit mit immer neuen Problemen bei ihren Schlüsselpartnern in Asien zu kämpfen.

bas/hz TOKIO/FRANKFURT. Flops kann sich der weltweit fünftgrößte Autokonzern in der boomenden Wachstumsregion jedoch kaum leisten: Daimler will den Anteil am Gesamtumsatz im Konzern in dieser Region von derzeit rund 10 % auf etwa 25 % steigern.

„Das größte Wachstumspotenzial liegt für uns in Asien“, schwärmte Vorstandschef Jürgen Schrempp noch jüngst auf der Bilanzpressekonferenz. Studien sagen den asiatischen Märkten in den nächsten Jahren die größten Zuwächse weltweit voraus. Längst hat sich Daimler mit einem Anteil von 10,5 % an Hyundai und einer 37-Prozent-Beteiligung an Mitsubishi Motors (MMC) sowie der Mehrheit an Fuso positioniert. Zudem wird bis Ende Mai grünes Licht aus China für den Bau von Mercedes-Limousinen im Reich der Mitte erwartet.

Experten wie Auto-Analyst Georg Stürzer von der Hypo-Vereinsbank halten Daimlers Weg in Asien nur für „begrenzt erfolgreich“. Vor allem MMC ist zum größten Brandherd im Daimler-Konzern geworden: Drei Gewinnwarnungen in neun Monaten, zweistellige Umsatzverluste nach einem Kreditdebakel in den USA, rote Zahlen und akute Finanznot. Die von Daimler gekaufte Mitsubishi-Tochter Fuso kämpft mit einem sich ausweitenden Rückrufskandal wegen schadhafter Radnaben. Das Unternehmen wird verdächtigt, die Probleme an den Fahrzeugen lange Zeit vertuscht zu haben.

Inzwischen dürfte Schrempp bereuen, dass er bei MMC und nicht bei Nissan – wie ursprünglich geplant – eingestiegen ist. Während Nissan-Chef Carlos Ghosn innerhalb weniger Jahre den einstigen Pleitekandidaten und heutigen Renault-Partner zu einem der profitabelsten Autohersteller wandelte, werden die Löcher bei MMC immer größer. Der Autohersteller braucht nach Schätzungen von Analysten eine neue Finanzspritze von 2 Mrd. Euro, wovon Daimler allein 700 Mill. Euro zu tragen hätte. Bis Mitte April muss Daimler-Manager Andreas Renschler einen Rettungsplan erarbeiten und alle Optionen prüfen – darunter eine als wenig wahrscheinlich geltende Trennung von den Japanern. „Die japanische Wirtschaftszeitung Nihon Keizai berichtete am Wochenende, das Team um Renschler halte eine Kapitalerhöhung von 200 Mrd. Yen (1,5 Mrd. Euro) nicht mehr für ausreichend, sondern plädiere für 300 Mrd. Yen.

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