Stuttgarter übernehmen 2004 die Mehrheit an der gemeinsamen LKW-Tochter
Daimler stützt Mitsubishi

Die Daimler-Chrysler AG greift der hoch verschuldeten Beteiligung Mitsubishi Motors (MMC) über einen kleinen Umweg unter die Arme: Nachdem der Konzern zuletzt eine Kapitalspritze für die Japaner abgelehnt hat, erhält MMC nun Geld aus Stuttgart durch den Verkauf von Anteilen an der rentablen LKW-Tochter Fuso.

bas/hof TOKIO/FRANKFURT. Unternehmenskreise in Stuttgart bestätigten gestern, dass Daimler-Chrysler seinen Anteil an Fuso 2004 um mindestens 22 % aufstocken will. Offiziell wollten sich die Unternehmen nicht äußern.

Der viertgrößte japanische Autobauer will sich einem japanischen Zeitungsbericht zufolge unter dem Druck hoher Schulden vollständig von Fuso trennen. Daimler-Chrysler werde seinen Anteil von bislang 43 % auf 65 % aufstocken, andere Firmen der Mitsubishi-Gruppe, die ebenfalls bereits beteiligt sind, würden 20 % zukaufen. MMC sollen dadurch umgerechnet rund 770 Mill. Euro zufließen.

In der Branche wird der Deal als konsequent bezeichnet. „Der Schritt macht absolut Sinn. Er passt in die langfristige LKW-Strategie der Stuttgarter und hilft Mitsubishi“, kommentierte beispielsweise Albrecht Dennighoff von der Münchener Hypo-Vereinsbank. Eckhard Cordes, LKW-Vorstand bei Daimler-Chrysler, hatte die Expansion in Asien zuletzt als eines seiner wichtigsten strategischen Ziele formuliert. So kann Fuso mit seiner Asien-Erfahrung den Stuttgartern auch auf dem Wachstumsmarkt China von großem Nutzen sein. Erst im Frühjahr 2003 hatte Daimler-Chrysler für 710 Mill. Euro 43 % an der Mitsubishi Fuso Truck & Bus Corp. erworben.

Auch aus der Sicht des Gesamtkonzerns ist eine Mehrheitsübernahme von Fuso sinnvoll. So bekommt Daimler-Chrysler für die bei MMC dringend benötigte Kapitalspritze einen soliden Gegenwert. Rolf Eckrodt, der Chef von MMC – an der Daimler-Chrysler 37 % hält– plant eine Modelloffensive im PKW-Bereich. Damit sollen ab 2005 Absatz und Gewinn kräftig gesteigert werden. Doch angesichts hoher Schulden und eines unzureichenden Cash-Flows fehlte dafür bislang das Geld. In diesem Jahr wird nach Problemen im US-Geschäft bei MMC mit einem Nettoverlust von 11 Mrd. Yen (85 Mill. Euro) gerechnet. Weitere Finanzmittel erhofft sich MMC zudem davon, 2004 die Hälfte seines niederländischen PKW-Produzenten Nedcar an Daimler-Chrysler zu verkaufen. Bei Nedcar wird unter anderem der Smart-Viersitzer gebaut.

Auch für Mitsubishi Motors passt der Verkauf der Restanteile an Fuso in die Strategie, obwohl der LKW-Hersteller Gewinne abliefert. Fuso profitiert derzeit von einer Sondernachfrage auf Grund schärferer Abgasnormen in Japan. Der LKW-Hersteller setzte im vergangenen Jahr rund 6 Mrd. Euro um und vervielfachte den operativen Gewinn im ersten Halbjahr auf 13,5 Mrd. Yen. Für das Gesamtjahr werden über über 30 Mrd. Yen erwartet.

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