0 Bewertungen
10.12.2007 
Solarunternehmen Q-Cells

Subventionsabbau ist Schwachsinn

von Wolfgang Gillmann

Q-Cells-Chef Anton Milner ist sauer auf die Bundesregierung. Ein „schwachsinniger Ansatz“ seien die Beschlüsse des Bundeskabinetts zur Senkung der Solarförderung. Doch trotz der schwindenden Subventionen hält der Solarunternehmer am Standort Deutschland fest - mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe.

Anton Milner, Chef des Solarunternehmens Q-CellsLupe

Anton Milner, Chef des Solarunternehmens Q-Cells

THALHEIM. Einen „schwachsinnigen Ansatz“ nennt Anton Milner, Chef des Solarunternehmens Q-Cells, die Beschlüsse des Bundeskabinetts von vergangener Woche, die Förderung des Solarstroms zu senken. „Dies gefährdet Wachstum und Arbeitsplätze vor allem bei den Installateuren der Photovoltaikanlagen“, sagt Milner dem Handelsblatt. „Die Politik schwächt den heimischen Markt. Die Industrie kann mit den neuen Sätzen klarkommen, aber man hätte besser zwei Jahre warten sollen.“

Das Bundeskabinett hatte in der vergangenen Woche beschlossen, dass die Vergütung für neue Solarstrom-Verträge von 2009 an stärker als geplant sinken sollen. Bisher waren fünf Prozent pro Jahr vorgesehen; die neuen Sätze sind um sieben bis neun Prozent niedriger.

Der Q-Cells-Chef sieht die Gefahr, dass die Politik den deutschen Solarmarkt schwächt und die stark in Deutschland produzierende Industrie ins Ausland treibt. Bislang ist Deutschland wegen der hohen Förderung der mit Abstand größte Solarmarkt der Welt. Doch in Mittelmeerländern wie Spanien und Italien, aber auch in den USA werden viele neue Solaranlagen gebaut.

Trotz der von Milner erwarteten schlechteren Marktaussichten treibt Q-Cells den Ausbau des Unternehmens kräftig voran. „Wir werden in den nächsten beiden Jahren jeweils rund 400 Mill. Euro investieren“, sagt Milner. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 62 Mill. Euro. Q-Cells baut eine Fabrik nach der anderen. Das Gelände am Stammsitz Thalheim in Bitterfeld-Wolfen nördlich von Leipzig gleicht einer riesigen Baustelle. „Die Branche wird langsamer wachsen, aber wir werden weiter hier investieren“, sagt Milner.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Gute Versorgung mit knappem Rohstoff

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterKöpfe

Mr. Apple bittet wieder zur Audienz  Artikel in Merkliste

Der Apple-Gründer Steve Jobs stellt am Dienstag in San Francisco neue Produkte vor – und seine Fitness unter Beweis Artikel


Anzeige