Subventionsstreit
Airbus muss 1,7 Milliarden Euro zurückzahlen

Im Subventionsstreit mit Boeing hatte die WTO Airbus harte Auflagen gemacht. Diesen will die EU nun nachkommen. Sie fordert Hilfen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro von der EADS-Tochter zurück.
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GenfIm Streit über Subventionen für die Flugzeugindustrie muss der europäische Flugzeughersteller Airbus nach Angaben der EU 1,7 Milliarden Euro staatlicher Hilfen zurückzahlen. Dies sei einer von 36 Schritten, mit denen die Europäische Union (EU) die Auflagen der Welthandelsorganisation (WTO) im Konflikt um Hilfen für die EADS -Tochter umsetze, erklärte die EU am Freitag. Zudem würden Kredite aus Deutschland, Frankreich und Spanien zurückgezahlt.

Kapitalspritzen und Regionalhilfen sollten auslaufen, Gebühren und Leasing-Zahlungen dem Marktniveau entsprechend steigen. In dem weltweit größten Handelsstreit werfen sich die EU und die USA seit Jahren gegenseitig vor, mit unrechtmäßigen Staatshilfen den Wettbewerb zu verzerren. Die WTO soll Anfang 2012 ihr abschließendes Urteil über Subventionen für Boeing fällen.

Die EU erklärte, dass sie mit ihren Maßnahmen sämtliche Auflagen der WTO erfülle. „Alle Arten von Subventionen, alle Formen negativer Auswirkungen und alle Airbus-Modelle, die unter das WTO-Urteil fallen, werden berücksichtigt.“ Sechs Flugzeugtypen seien betroffen: darunter der Verkaufsschlager A320 sowie die A380. Die USA und Boeing wollten sich zu den Schritten der EU zunächst nicht äußern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Ergebnisse der WTO Prüfung hat Boeing viel höhere unberechtigte Subventionen nachgewiesen als sie Airbus erhalten haben mag. Ich glaube jedoch nicht, dass Boeing und die USA Regierung bzw. die Staaten South Carolina und Washington etwas vergleichbares tun werden. Sie werden sagen, wir wollen das in Zukunft vermeiden. Aber Rückzahlungen wird sich Boeing in größerem Maßstab nicht leisten können. Das Dreamliner-Deasaster ist noch nicht beendet, die Investitionen in die 737max werden hoch sein, da unter Druck die alte Tante 737 modernisiert werden muss. Die Kosten hierfür werden deutlich höher ausfallen als für die Modernisierung des A320neo, weil Zeitdruck und Produktunterschiede das Verlangen. Boeing ist mit der 737-900ER schon an die Grenzen des Machbaren gegangen, ob die Struktur des Produktes eine Verlängerung mit neuer Motorisierung einfach machbar ist, kann man bezweifeln. Zumindest müssen sie kleiner dimensionierte Turbinen einsetzen, weil Boeing auch bei der Höhe des Fahrgestells schon am Limit operiert.
    Darüber hinaus mahnen die Kunden eine Verjüngung der 777 an, die für die Zeiten zu durstig ist.
    Es muss sich auch erst noch die Praxistauglichkeit der 787 herausstellen.
    Insgesamt also genug Baustellen für Boeing. Da bleibt kein Geld übrig, um unberechtigte Subventionen eventuell zurück zahlen zu müssen.

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