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Heidelberg Cement spart für die Banken

Der hochverschuldete Baustoffkonzern Heidelberg Cement rechnet für 2009 mit einem Rückgang bei Umsatz und Ergebnis. Auswirkungen auf den Cash-Flow hofft er durch verschärfte Sparanstrengungen, eine Kürzung der Sachinvestitionen um rund ein Drittel sowie ein besseres Management des Umlaufvermögens zu begrenzen.

HEIDELBERG/FRANKFURT. Vorstandschef Bernd Scheifele verzichtete auf konkrete Prognosen. Er äußerte sich aber weiter optimistisch mit Blick auf die angestrebte Refinanzierung. „Wir sind zuversichtlich, im Laufe des Jahres 2009 zu einer Lösung zu kommen“, sagte er. Der Konzern, der mehrheitlich zur Merckle-Gruppe gehört, strebt die Zufuhr von neuem Eigenkapital und eine Verlängerung seiner Kreditfälligkeiten an.

Er steht in dieser Hinsicht unter gewissem Zeitdruck, da er in diesem Jahr rund 1,5 Mrd. Euro und bis Mai 2010 weitere mehr als fünf Mrd. Euro refinanzieren muss. Es handelt sich dabei in erster Linie um Kredite, mit denen Heidelcement 2007 die rund 14 Mrd. Euro teure Übernahme des britischen Konzerns Hanson finanzierte. Die an diese Schulden geknüpfte Bedingung, dass die Netto-Finanzverschuldung des Konzerns das Vierfache des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nicht überschreitet, konnte Heidelcement 2008 – entgegen Befürchtungen mancher Analysten – knapp einhalten. Scheifele und Finanzschef Lorenz Näger räumten jedoch ein, dass dies zur Jahresmitte 2009 schwieriger werden dürfte.

Der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young verweist in einem Zusatz zum uneingeschränkten Bestätigungsvermerk ausdrücklich auf Aussagen im Risikobericht von Heidelcement, wonach aus einer Verletzung der Kreditbedingungen erhebliche Liquiditätsrisiken für den Konzern resultieren könnten.

Scheifele nannte keine konkreten Ziele für Eigenkapitalzufuhr und Refinanzierung. Er führe intensive Gespräche mit einer ganzen Reihe möglicher Kapitalgeber, darunter Private-Equity-Firmen, industrielle Investoren und vermögende Privatinvestoren. Die Merckle-Gruppe, die rund 80 Prozent an dem Unternehmen hält, scheidet aufgrund eigener Finanzierungsprobleme als Kapitalgeber aus.

Zum Abbau der Schulden will sich der Konzern ferner von Unternehmensteilen im Wert von bis zu zwei Mrd. Euro trennen, die nicht zum Kerngeschäft Zement, Sand und Kies und Schotter gehören. Als Beispiel nannte Scheifele Kalkaktivitäten in Deutschland, das Stahlrohrgeschäft in den USA, das Ziegelgeschäft sowie das Geschäft mit Porenbeton. Auch Zementwerke in Afrika will er verkaufen. Der Verkauf dieser Aktivitäten könne aber bis zu zwei Jahre dauern, sagte Finanzchef Näger. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen für Verkäufe von Beteiligungen bereits 2,16 Mrd. Euro eingestrichen, wobei der Löwenanteil der Summe auf den Verkauf der Mörtel-Tochter Maxit entfiel.

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