Suche nach Investoren
Treuhandlösung soll Opel Zeit verschaffen

Während General Motors in die Pleite rast, müht sich die Bundesregierung um einen Neuanfang für Opel. Der erste Schritt ist getan: Die europäischen Werke, Patente und der Zugriff auf Technologien gehen schuldenfrei zurück an den deutschen Autobauer. Nun soll mit einer Treuhandlösung Zeit gewonnen werden, um einen neuen Investor zu finden.

BERLIN/FRANKFURT. Die Basis für den Einstieg eines neuen Investors bei Opel ist gelegt: Der vor der Insolvenz stehende Mutterkonzern General Motors (GM) übertrug am Mittwoch nach Angaben eines Opel-Sprechers die europäischen Werke, Patente und den Zugriff auf Technologien schuldenfrei auf die Adam Opel GmbH. Gleichzeitig ebnete die Politik den Weg für eine Übergangsphase, in der Opel von einem fünfköpfigen Treuhänderausschuss geleitet werden soll.

Damit kommen die Bemühungen der Bundesregierung und der Länder zur Rettung des angeschlagenen Autobauers einen entscheidenden Schritt voran. Die Abspaltung vom Mutterkonzern ist die Voraussetzung dafür, dass Opel nicht mit GM in den Abgrund gerissen wird. Die Zeit dafür drängt: Am Mittwoch scheiterte ein letzter Versuch, die Gläubiger von GM zu einem milliardenschweren Schuldenverzicht zu bewegen. Nun bereitet sich der Autokonzern darauf vor, Gläubigerschutz zu beantragen. Mit einem Insolvenzantrag wird rund um den 1. Juni gerechnet, wenn die Frist der US-Regierung für die Vorlage eines Sanierungskonzepts abläuft.

Mit der Treuhandlösung für Opel und einer in weiten Teilen beschlussreifen Überbrückungsfinanzierung soll Zeit gewonnen werden, um einen Investor zu finden. Im Treuhänderausschuss sitzen nach Handelsblatt-Informationen aus Unternehmenskreisen jeweils zwei Vertreter des Bundes und von GM sowie ein fachlich versierter Jurist. Favorit dafür ist nach Informationen aus Beraterkreisen ein Experte der auf Insolvenzfälle spezialisierten Kanzlei Wellensiek. 35 Prozent der Holding-Anteile soll beim Treuhandmodell GM halten, 65 Prozent der Treuhänder. Ein Investor soll später die 65 Prozent übernehmen.

Nach Informationen aus Unternehmens- und Beraterkreisen kann der fünfköpfige Treuhandausschuss in den ersten sechs Monaten seine Entscheidungen nur einvernehmlich treffen, erst danach kann GM auch überstimmt werden. Der Mutterkonzern gibt damit das Heft bei Opel nicht sofort komplett aus der Hand. Die Treuhandlösung ist aber zeitlich befristet und kann maximal zwei Jahre aufrechterhalten werden. Damit sind noch vor dem Opel-Gipfel, der am späten Mittwochabend im Kanzleramt begann, die wichtigsten Voraussetzungen geschaffen.

Auch die geplante Brückenfinanzierung von rund 1,5 Mrd. Euro für Opel galt am Mittwoch als beschlossene Sache. Die staatlich verbürgten Kredite sollten jeweils zur Hälfte vom Bund mittels der staatseigenen KfW-Bankengruppe sowie von den öffentlichen Banken der vier Länder mit Opel-Standorten gestemmt werden. Die nordrhein-westfälische Landesregierung knüpft ihre Beteiligung allerdings an Bedingungen. Die Hilfen müssten so gestaltet werden, dass sie gestoppt werden können, wenn ein Investor bei Opel wieder aussteige, forderte Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU).

Seite 1:

Treuhandlösung soll Opel Zeit verschaffen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%