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Volvo will als Pleitegeier von Krise profitieren

Wie die Konkurrenten von Daimler, MAN und Scania leidet Volvo unter der globalen Finanzkrise – und will trotzdem gestärkt daraus hervorgehen. Europas größter LKW-Hersteller hält nach möglichen Übernahmeobjekten Ausschau. Das nötige Selbstvertrauen zieht Volvo aus seiner eigenen Unternehmensgeschichte.

GÖTEBORG. Europas größter LKW-Produzent, Volvo aus Schweden will von der Krise profitieren: Volvo-Chef Leif Johansson sagte in einem Gespräch mit dem Handelsblatt, dass sein Konzern nach eventuellen Übernahmeobjekten Ausschau halte. "Ich glaube an eine neue Konsolidierungswelle", sagte er. Die Einkaufsliste für Volvo, die Nummer eins in Europa und nach Daimler die weltweite Nummer zwei im LKW-Markt, sei noch nicht abgeschlossen. Johansson wollte allerdings keine weiteren Details nennen.

Wie die Konkurrenten von Daimler, MAN und Scania leidet Volvo unter der globalen Finanzkrise, weil die Kunden Neukäufe aufschieben oder von ihren Banken keine Kredite erhalten. Johansson hob jedoch hervor, dass sein Konzern jedes Mal nach konjunkturellen Krisen gewachsen sei. "Wir haben Samsungs Baumaschinen nach der südkoreanischen Krise übernommen, und wir haben die LKW-Produzenten von Renault und Mack Anfang dieses Jahrzehnts gekauft, als die Konjunktur richtig schlecht aussah", sagte der Volvo-Chef.

Generell könne man sagen, dass solche schwierigen Phasen oftmals auch konstruktive und produktive Zeiten in der Unternehmensgeschichte gewesen seien. "Meine Ambition ist es, auch diese Krise zu einer konstruktiven und produktiven Zeit zu machen", erklärte Johansson.

Sein Konzern musste im dritten Quartal wie die Konkurrenten drastische Bestellungsrückgänge hinnehmen. Im dritten Quartal dieses Jahres brach der Gewinn um 36 Prozent auf 2,9 Mrd. Kronen (289 Mio. Euro) ein. Das war nicht nur deutlich schlechter als vom Konzern selbst prognostiziert, sondern lag auch deutlich unter den Erwartungen von Analysten. Sie hatten mit einem Gewinn von rund 4,6 Mrd. Kronen gerechnet. Der Umsatz von 69,6 Mrd. Kronen lag dagegen um zwei Prozent höher als im Vorjahr. Morgan Stanley stufte den Konzern herab, weil Volvo neben schwachen Absatzzahlen für LKW besonders unter der Krise der Bauindustrie durch seine Baumaschinensparte leidet.

"Kurzfristig gesehen befinden wir uns in sehr schwierigen Zeiten", gab Johansson zu und räumte ein, dass die Baumaschinensparte derzeit die größten Probleme hat. Nach einer konjunkturellen Abkühlung bereits Anfang des Jahres sei auch noch die weltweite Finanzkrise hinzugekommen, die wiederum zu einem weiteren Abschwung geführt habe. Neubauten würden nicht weitergeführt, und LKW-Kunden bekämen keine Kredite von ihren Banken mehr. "Außerdem ist es ja eine recht leichte Entscheidung, den alten LKW noch ein oder zwei Jahre länger zu fahren", sagte der Volvo-Chef. Allein im Oktober fielen die Bestellungen von Volvo-LKW um zwölf Prozent.

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