Südamerikaner sind wild auf Bier
Brauriese SAB-Miller übernimmt kolumbianische Bavaria

SAB-Miller übernimmt den kolumbianischen Bierbrauer Bavaria. Der britisch-südafrikanische Brauereikonzen positioniert sich damit als einer der größten Bierkonzerne Südamerikas. Der Sprung in den lukrativen Markt wurde belohnt: Die SAB-Miller-Aktien schnellt in die Höhe.

HB LONDON. Der weltweit zweitgrößte Braukonzern SAB-Miller hatte die Übernahme der kolumbianischen Bavaria am Dienstag bekannt gegeben. Laut Konzern kommen die beiden Brauer gemeinsam auf eine jährliche Bierproduktion von rund 175 Millionen Hektolitern. Mögliche Einsparung bezifferte SAB-Miller auf 120 Millionen Dollar bis März 2010, bis März 2006 soll eine Gewinnsteigerung erreicht werden.

Die SAB-Miller-Aktien legten nach Bekanntwerden der Übernahme in London fast acht Prozent zu und stieg auf 9,56 Pfund.

Das Geschäft soll über einen Aktien-Tausch mit der Gründerfamilie Bavarias, Santo Domingo, abgewickelt werden. Die Familie kontrolliert 75 Prozent des Unternehmens. Nach der Übernahme werden die Bavaria-Gründer noch 15,1 Prozent der Anteile halten, teilte SAB-Miller mit. Die Bavaria-Beteiligung liegt bei der Bevco, der Holdingfirma der Santo Domingo Group. Es sei geplant, dass SAB-Miller 225 Millionen eigene Aktien im Wert von 3,5 Milliarden Dollar an die Bevco gebe. Für die dann noch rund 15 Prozent sei eine Haltefrist von fünf Jahren vereinbart. Den Bavaria-Minderheitsaktionären will SAB-Miller ein Angebot von 19,48 Dollar je Bavaria-Aktie machen.

Die Bavaria wurde inklusive der Schulden mit 7,8 Milliarden Dollar (6,51 Milliarden Euro) bewertet. Analysten halten das für einen vernünftigen Kaufpreis. Insgesamt übernimmt SABMiller auch rund 1,9 Milliarden Dollar Schulden von Bavaria. Nach der Transaktion werden sich die Schulden des Konzerns nach eigenen Angaben auf rund 6,2 Milliarden Dollar summieren.

Der zusammengerechnete Umsatz der verschmolzenen Gesellschaft dürfte sich auf rund 12,5 Milliarden Dollar (10,42 Milliarden Euro) und das zusammengerechnete Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf rund 3,5 Milliarden Dollar belaufen, verkündete SAB-Miller.

Konzern-Chef Graham Mackay bescheinigte den Märkten in Südamerika ein hohes Wachstumspotenzial: "Mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von fast vier Prozent und einer jungen Bevölkerung ist die Region dafür aufgestellt, ein nachhaltiges und überdurchschnittliches Wachstum des Bierkonsums zu erzeugen."

150 Marken hat SAB-Miller im Portfolio, darunter Castle Lager, Amstel Lager, Miller und Pilsner Urquell. Bavaria ist nach Marktführer In-Bev mit einem Ausstoß von 30 Millionen Hektolitern Lateinamerikas zweitgrößte Brauerei und liegt weltweit auf dem zehnten Rang. In Südamerika ist Bavaria mit Marken wie Aguila, Cristal, Pilsener sowie Atlas vertreten und damit in Kolumbien, Peru, Ecuador und Panama die Nummer eins.

Der südamerikanische Biermarkt gilt als lukrativ. Im vergangenen Jahr fusionierten Interbrew und die brasilianische Ambev zum weltgrößten Brauereikonzern In-Bev, der damit zugleich auch Marktführer in Südamerika wurde. Bavaria galt als letzte Gelegenheit zum breiten Einstieg in den südamerikanischen Markt und stand dementsprechend auf den Einkaufszetteln aller vier großen Brauereikonzerne. Neben SAB-Miller und In-Bev hatten auch Anheuser-Busch und Heineken Interesse gezeigt.

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