Südamerikaner trinken mehr Beck's
InBev verdient trotz Problemregionen gut

Ein starkes Wachstum in Lateinamerika hat dem Beck's-Hersteller InBev im ersten Quartal einen überraschend hohen Gewinn beschert. Einige wichtige Märkte entwickeln sich für den Bierbrauer allerdings zu Problemkindern.

HB BRÜSSEL. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 18 Prozent auf 962 Millionen Euro, wie der belgische Konzern am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten nur mit 910 Millionen Euro gerechnet. In seinem anderen wichtigen Markt Westeuropa, inklusive Deutschland, musste der nach Absatz weltweit größte Bierbrauer hingegen Rückschläge hinnehmen. Die Aktie reagierte mit Kursabschlägen von gut zwei Prozent – nicht zuletzt deshalb, weil sie Analysten zufolge relativ hoch bewertet ist.

Der Umsatz wuchs auf vergleichbarer Basis um neun Prozent und lag mit 3,05 Milliarden Euro ebenfalls über den Markterwartungen. In Lateinamerika konnte der Konzern beim Gewinn vor allem dank einer fünfprozentigen Bier-Absatzsteigerung in Brasilien kräftig steigern. Auch in Asien und Osteuropa legte InBev zu.

Dagegen waren Gewinn und Umsatz in den westeuropäischen Staaten rückläufig: In Deutschland ging der Umsatz etwa um 3,2 Prozent zurück, in Großbritannien sogar um 8,6 Prozent. Die Region scheine für den Bierbrauer eine Art Problemkind zu sein, brachte es Fortis-Analyst Sebastiaan Schreijen auf den Punkt.

Finanzchef Felipe Dutra betonte, vor allem im Königreich sei eine Kehrtwende nicht über Nacht zu erwarten. Die Umsatzzahlen für April seien aber ermutigend. In Westeuropa hatte InBev zuletzt schon Kosten reduziert: 2006 wurden hier insgesamt 118 Millionen Euro eingespart.

Wie bereits im WM-Jahr 2006 beflügelte die Marke Beck's das Ergebnis. Das Bier wird in 120 Ländern der Erde verkauft, im ersten Quartal konnte der Umsatz damit weltweit um 6,5 Prozent gesteigert werden. Hier wirkten sich nach wie vor neue Variationen wie Beck's Gold und Beck's Green Lemon positiv aus.

Der wichtigste Produktionsstandort ist die Brauerei in Bremen - die größte InBev-Brauerei außerhalb Südamerikas. Ein noch stärkeres Zugpferd war im abgelaufenen Vierteljahr aber die Marke Leffe, sie legte beim Umsatz um gut elf Prozent zu. Weniger begeistern konnten sich die Bierliebhaber indes für die Marke Stella Artois.

Der Konzern – der in Deutschland insgesamt mehr als 3000 Mitarbeiter beschäftigt und hier zu Lande auch mit Marken wie Hasseröder, Löwenbräu und Diebels präsent ist – blickt optimistisch in die Zukunft. Man wolle schneller als der Branchenschnitt organisch wachsen, bekräftigte InBev. Dabei stünden die Schwellenländer weiter im Fokus.

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