Südkorea
Daewoo-Gründer stellt sich der Justiz

Nach sechs Jahren Flucht vor der südkoreanischen Justiz ist der Gründer und frühere Chef des zusammengebrochenen Daewoo-Konzerns in seine Heimat zurückgekehrt und verhaftet worden.

HB SEOUL. Der 69-jährige Kim Woo Choong sagte am Dienstag bei seiner Ankunft auf dem Flughafen von Incheon bei Seoul, er entschuldige sich für die Probleme um Daewoo und wolle die Verantwortung dafür übernehmen. Der Ex-Konzernchef reiste aus Vietnam ein.

Kim Woo-Choong hatte sich seit dem Zusammenbruch des Firmenkonglomerats 1999 dem Zugriff der Staatsanwaltschaft entzogen. Ihm wird vorgeworfen, die Bilanzen der Daewoo-Firmen geschönt zu haben, um neue Kredite in Milliardenhöhe zu bekommen. Außerdem soll er rund 20 Mrd. Dollar Firmengelder ins Ausland verschoben haben. Frühere Kreditgeber und Aktionäre haben Zivilklagen eingereicht.

Der Zusammenbruch der Daewoo-Gruppe war die spektakulärste Firmenpleite, die Südkorea erlebt hat. Fast 80 Mrd. Dollar Schulden hatte die Gruppe in Folge ihrer bedingungslosen Expansion im Ausland angehäuft. Auf ihnen blieben der Staat Korea und private Kreditgeber sitzen. Die Daewoo-Gruppe wurde danach zerschlagen. Die Mehrheit der Anteile an den Überresten des Kronjuwels, des Autoherstellers Daewoo Motor, wurde für 400 Mill. Dollar an General Motors verkauft.

Ob Kims Heimkehr wirklich zu einer schonungslosen Aufklärung des Skandals führt, bleibt abzuwarten. Der 69-Jährige könnte viel erzählen, vielleicht soll er das aber gar nicht. Schon wird gemunkelt, Präsident Roh Moo-Hyun könne Kim zur Feier der 60-jährigen Befreiung Koreas von Japan Mitte August begnadigen. Strafen gegen einige andere Daewoo-Manager, die in dem Wirtschaftskrimi verurteilt worden waren, sind bereits aufgehoben worden. Der Daewoo-Gründer hatte den Kontakt zu Südkorea nie ganz gekappt: Seine Ehefrau Chong Hee-Ja, die in Seoul blieb, stand in regelmäßigem Kontakt zu ihm.

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