Industrie
Südzucker rückt von Gewinnziel ab

Europas größter Zuckerhersteller Südzucker wird im laufenden Geschäftsjahr auf Grund hoher Energiekosten und Anlaufverlusten für die Bio-Alkohol-Produktion sein Gewinnziel nicht erreichen und ein geringeres Betriebsergebnis einfahren.

HB STUTTGART. „Wir gehen für das Geschäftsjahr 2005/06 davon aus, dass wir im Konzern das Ergebnis der Betriebstätigkeit des Vorjahres nicht wiederholen werden“, teilte das im Nebenwerteindex MDax gelistete Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage des Halbjahresberichts in Mannheim mit. Neben kräftig gestiegenen Energiekosten drücken auch höher als erwartete Kosten für die Inbetriebnahme der Bio-Alkohol-Anlage im ostdeutschen Zeitz auf den Gewinn.

In der ersten Geschäftsjahreshälfte fiel der Betriebsgewinn trotz zweistelliger Umsatzzuwächse auf 237 Mill. € von 262 Mill. € im Vorjahreszeitraum. Damit verfehlte Südzucker die durchschnittliche Prognose der Analysten von 265 Mill. € deutlich. Für das Ende Februar endende Gesamtjahr hatte sich der Branchenführer ein zweistelliges Gewinnwachstum zum Vorjahreswert von 523 Mill. € vorgenommen.

Hingegen bekräftigte Südzucker seine Erwartung eines kräftig steigenden Umsatzes für das laufende Geschäftsjahr. Bis Ende Februar nähmen die Erlöse wie bisher prognostiziert um neun Prozent auf 5,2 Mrd. € zu. Die in Folge geringerer Zuckerexporte erwarteten Umsatzrückgänge könnten durch kräftiges Wachstum der Sparte Spezialitäten mehr als ausgeglichen werden. In der mit massiven Investitionen zum zweiten Standbein ausgebauten Spezialitäten-Sparte profitiert Südzucker in diesem Jahr vor allem vom erstmals berücksichtigten Geschäftsvolumen des französischen Fruchtzubereitungs-Herstellers Atys. In den ersten sechs Monaten dieses Geschäftsjahres erhöhte sich der Konzernumsatz um 17,1 % auf 2,661 Mrd. €.

Während das operative Ergebnis im Segment Zucker auf Halbjahressicht mit 183 (185) Mill. Euro nahezu konstant blieb, ging allerdings das Betriebsergebnis im Segment Spezialitäten auf 54 (77) Mill. Euro zurück, wie Südzucker ausführte. Die Ergebnisbelastungen seien insbesondere auf Anlaufverluste der Bioethanolanlage in Zeitz zurückzuführen. Infolge technischer Schwierigkeiten seien unvorhergesehene Aufwendungen im Rahmen der Inbetriebnahme angefallen. Zudem habe die Kapazität der Anlage bislang noch nicht im geplanten Umfang genutzt werden können.

Der Bereich Functional Food sei hinter dem Vorjahresergebnis zurückgeblieben, weil der Absatz im Vorjahr einmalig von der nun wieder abgeflauten Trend zu kalorienarmen Lebensmitteln in den USA begünstigt worden sei. Beides zusammen habe durch den Ausbau des Fruchtbereichs und eine erfreuliche Ergebnisentwicklung der Stärkeaktivitäten im Berichtszeitraum nicht ausgeglichen werden können, hieß es.

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