Südzucker wollte keinen Grund für den Rückzieher nennen
Oetker stockt bei Saatguthersteller KWS weiter auf

Der Unternehmer Arend Oetker hat seinen Anteil an dem niedersächsischen Saatguthersteller KWS Saat weiter aufgestockt. KWS-Kunde Südzucker verzichtet auf seine Kaufoption für einen 15-prozentigen Anteil des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer.

HB STUTTGART. Der Leverkusener Bayer-Konzern habe seine Beteiligung an die Goslarer Tessner Beteiligungs-GmbH und an Arend Oetker verkauft und damit eine Auflage für die Übernahme von Aventis Crop Science erfüllt, teilte Bayer am Mittwoch mit. Überraschend nahm der führende europäische Zuckerkonzern Südzucker damit sein Vorkaufsrecht auf den Bayer-Anteil nicht in Anspruch. Oetker ist gemeinsam mit der KWS-Gründerfamilie Giesecke/Büchting bereits mit 51,3 Prozent an dem Unternehmen aus Einbeck beteiligt. Um wie viel er seinen Anteil aufgestockt hat, ist nach KWS-Angaben noch unklar. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. An der Börse ist das Paket rund 60 Millionen Euro wert.

Südzucker ist mit 9,99 Prozent an KWS beteiligt. Weitere 15 Prozent hatte der Mannheimer Konzern im März 2003 eigens an die Hypo-Vereinsbank (HVB) verkauft. Damit wollte Südzucker verhindern, mit dem Bayer-Anteil über die 25-Prozent-Marke zu kommen und somit gegen eine Auflage des Bundeskartellamtes zu verstoßen. KWS Saat ist für Südzucker der wichtigste Lieferant von Zuckerrüben-Saaten an die Rübenbauern. Einen Grund für den Rückzieher wollte ein Südzucker-Sprecher in Mannheim nicht nennen. Er wollte sich auch nicht zu der Frage äußern, ob sich Südzucker jetzt auch von seiner restlichen Beteiligung an KWS trennen will. Das Unternehmen hatte zuletzt begonnen, sich aus Minderheitsbeteiligungen zurückzuziehen. Er misst KWS offenbar keine strategische Bedeutung mehr zu.

"Für uns bleibt alles beim Alten", sagte ein KWS-Sprecher. Die Familienaktionäre hätten weiter die Mehrheit. Neu unter den Aktionären ist nur die Tessner-Gruppe, die in Norddeutschland mehrere Möbelhäuser ("tejo") betreibt. Die 150 Jahre alte KWS ist mit einem Umsatz von 424,3 Millionen Euro der fünftgrößte Saatguthersteller der Welt und hat im Geschäftsjahr 2002/03 einen Gewinn von 29 Millionen Euro erwirtschaftet.

Bayer hatte die Beteiligung von Aventis CropScience mit der Übernahme geerbt, sich dabei aber verpflichtet, sie abzugeben. "Das ist eine alte Verpflichtung, die (...) Bayer nun eingelöst hat," sagte ein Bayer-Sprecher. Der Leverkusener waren 2002 mit dem Kauf des Pflanzenschutzgeschäfts des deutsch-französischen Pharmakonzerns zur Nummer zwei in diesem Geschäft aufgestiegen.

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