Süßes Wachstum: Halloren zeigt sich von der Schokoladenseite

Süßes Wachstum
Halloren zeigt sich von der Schokoladenseite

Deutschlands älteste Schokoladenfabrik Halloren will in der Krise zukaufen. Im Gegensatz zur Edelmarke Lindt-Sprüngli wächst der Schokoladenhersteller aus Halle durch seine Discount-Strategie - und verhandelt derzeit mit drei Konkurrenten über eine mögliche Übernahme.

DÜSSELDORF. Der Vorstand von Deutschlands ältester Schokoladenfabrik will sich die Krise mit Zukäufen versüßen. Halloren sei in Gesprächen mit drei Rivalen über eine mögliche Übernahme, sagte Vorstandschef Klaus Lellé dem Handelsblatt. Eine kleinere Übernahme könne man aus den Barmitteln stemmen. Die Umsätze der Kandidaten lägen zwischen sieben und 30 Mio. Euro. "Zusätzlich haben wir noch viele weiße Flecken auf der Landkarte - vor allem in den alten Bundesländern und im Export", sagte der Chef der im Jahr 1804 gegründeten Firma aus Halle.

Während Halloren sich von seiner Schokoladenseite zeigt, bekommt die Krise für die Konkurrenz einen bitteren Beigeschmack: Die Verbraucher kaufen ihre Schokolade eher beim Discounter als im Fachgeschäft. Der Schweizer Edelschokoladehersteller Lindt & Sprüngli hat 2008 nach vier Jahren mit zweistelligem Wachstum erstmals den Umsatz nicht mehr erhöht. Der Erlös stagnierte bei 2,94 Mrd. Franken. Die Schokolade der Schweizer liegt - anders als Halloren-Produkte - nicht in den Regalen deutscher Discounter.

Gründe für den Umsatzrückgang sieht die Firma in den USA, wo Tausende von Läden schlossen. In Großbritannien hätten zwei wichtige Absatzpartner Konkurs angemeldet, erklärte die Firma gestern. Auch der steigende Franken-Wechselkurs wirkte sich ungünstig aus. In Lokalwährungen war noch ein Wachstum von 5,8 Prozent drin. Allerdings hatte die Firma noch im August das Wachstumsziel auf acht bis zehn Prozent angehoben. Da der Gesamtmarkt stagnierte, seien immerhin Marktanteile gewonnen worden.

In den ersten neun Monaten 2008 verkauften Schokoladehersteller in Deutschland Süßigkeiten für 3,38 Mrd. Euro - 6,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Statistisch isst jeder Deutsche 9,4 Kilogramm Schokolade für rund 45 Euro im Jahr.

Halloren etwa verkauft an Metro, Rewe, Aldi und Lidl. Für die Zukunft äußert sich Vorstand Lellé vorsichtig: "Wir haben das Umsatzziel revidiert vom zweistelligen in den hohen einstelligen Prozentbereich", sagte er. Im Jahr 2007 machte seine Firma gut 30 Mio. Euro Umsatz. Für 2008 plante sie einen Umsatz von 35 Mio. Euro. "Ich gehe davon aus, dass wir den erreicht haben", sagte Lellé. Zahlen für 2008 gibt der Konzern auf seiner Bilanzpressekonferenz am 2. April bekannt. Die Halloren-Aktie kostete gestern 4,78 Euro - damit war die Firma 21,2 Mio. Euro wert. Halloren beschäftigt 350 Mitarbeiter, 130 kommen bei der Tochter Delitzscher Schokoladenfabrik hinzu.

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