Süßwaren
Asiaten haben Interesse an Stollwerck

Der südkoreanisch-japanische Mischkonzern Lotte zeigt anscheinend Interesse an der deutschen Schokoladenmarke Stollwerck.

TOKIO/DÜSSELDORF. Dazu wolle Lotte zusammen mit dem spanischen Nahrungsmittelhersteller Natra ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, berichtet die Tokioter Zeitung "Mainichi". Natra und Lotte wollen für den Namen angeblich einen dreistelligen Millionenbetrag zahlen, berichtet die Zeitung.

Die erst 2002 übernommene deutsche Traditionsmarke Stollwerck samt ihrer fünf Produktionsstandorte in Europa will der Schweizer Süßwarenkonzern Barry Callebaut eigentlich an den spanischen Konkurrenten Natra weiterreichen und sich im Gegenzug selbst an dem Wettbewerber mit einer Minderheit der Anteile beteiligen. Die Züricher Barry Callebaut AG beziffert den in Stollwerck konzentrierten Umsatz ihres europäischen Endverbrauchergeschäftes auf rund 550 Mio. Euro. Eine Konzernsprecherin wollte gegenüber dem Handelsblatt die Übernahmepläne aus Fernost nicht kommentieren. "Zu Marktgerüchten nehmen wird grundsätzlich keine Stellung", sagte sie.

Ob die ursprünglich geplante Transaktion wie geplant im Sommer 2009 über die Bühne gehen kann, hängt nach bisherigen Informationen hauptsächlich davon ab, ob Natra eine langfristige Finanzierung zustande bringt. Offenbar sucht Natra jetzt auch nach Alternativen.

Barry Callebaut erlöste zuletzt 4,8 Mrd. Schweizer Franken (3,1 Mrd. Euro) im Jahr und beliefert überwiegend große Markenhersteller wie Nestlé, Hershey oder Cadbury mit fertigen Schokoladenprodukten. Die Schweizer wurden mit Stollwerck nie glücklich. Die Kölner Traditionsfirma litt unter hohem Preisdruck sowie dem Trend zu billigen Handelsmarken. Mit der Wiederbelebung der Marke Sarotti produzierte Stollwerck zwar wieder schwarze Zahlen, hinkte bei Wachstum und Profitabilität aber der Konzernmutter weiter hinterher.

Lotte Confectionary mit Sitz in Seoul sieht sich derzeit auf dem EU-Markt nach Kaufgelegenheiten um. Im vergangenen Jahr schnappte sich das Unternehmen den belgischen Premiumhersteller Guylian für etwa 100 Mio. Euro. Lotte Confectionary ist bereits Marktführer in mehreren Süßwaren-Kategorien in Japan und Südkorea.

Die Lotte-Gruppe mit Sitz in Tokio setzt jährlich über drei Mrd. Euro um. Zum Konzern gehören außer der Süßwarenproduktion auch die Fastfoodkette Lotteria sowie eine Hotelkette, Vergnügungsparks und ein Baseballteam. Der koreanische Firmengründer war ein Verehrer deutscher Literatur und hatte das Unternehmen 1948 nach der weiblichen Hauptfigur aus Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" benannt.

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