Süßwarenbranche rechnet mit WM
Naschen wird teurer

Zuckerzeug und Schokolade werden dieses Jahr eher teurer. Die Knabbereien verkaufen sich dennoch gut. Der Verband rechnet für 2006 mit einem Umsatzplus. Schließlich steht die Fussball-Weltmeisterschaft an.

HB BERLIN. Die exorbitante Teuerung bei Rohstoffen wie Haselnüssen, Mandeln und Kakao, wo die Preise heute teils drei mal so hoch seien wie vor zwei Jahren, mache sich deutlich bemerkbar, teilte der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) in Berlin mit. Er gehe davon aus, „dass die Preise nicht sinken“, sagte BDSI-Hauptgeschäftsführer Hans Reingen am Mittwoch in Berlin. Wo es wegen der hohen Kosten für Nüsse oder Mandeln notwendig sei, würden sie angepasst werden müssen.

Das soll die Liebhaber der Leckereien dieses Jahr aber nicht verschrecken. Nach einem leichten Umsatzrückgang im vergangenen Jahr erwartet sich die deutsche Süßwarenindustrie einen Kick von der Fußball-Weltmeisterschaft. Er hoffe auf ein Umsatzwachstum 2006 von etwa zwei Prozent, erklärte der BDSI-Vorsitzende Dietmar Kendziur. Wenn man einen weiteren Rückgang der Beschäftigtenzahl verhindern könne, wäre das als Erfolg anzusehen. Die überwiegend mittelständische Branche beschäftigt in Deutschland rund 55 000 Mitarbeiter. Generell herrsche im Land eine optimistische Stimmung; auch die WM spiele dabei eine Rolle. Davon würden auch Knabberartikel wie Chips und Nüsse profitieren, sagte Hauptgeschäftsführer Reingen voraus.

An salzigem Knabberzeug vertilgten die Bundesbürger vergangenes Jahr jeder im Schnitt 3,1 Kilogramm. Pro Kopf wurden außerdem 3,7 Kilo Speiseeis geschleckt, 6,1 Kilo Zuckerwaren wie Bonbons gelutscht, 7,9 Kilo feine Backwaren wie Kekse und 8,7 Kilo Schokolade gegessen. Dazu kommen noch 2,3 Kilo kakaohaltige Lebensmittelzubereitungen. Insgesamt entfielen auf jedermann knapp 32 Kilogramm Süßwaren im Wert von knapp 113 Euro.

2005 mussten die rund 270 Süßwarenhersteller in Deutschland einen Umsatzrückgang von 0,8 Prozent hinnehmen, der Export verminderte sich dabei um gut drei Prozent. Nach BDSI-Angaben wurden rund 3,37 Millionen Tonnen Süßwaren produziert; der Produktionswert lag mit 11,22 Milliarden Euro leicht unter Vorjahresniveau. Im größten Bereich Schokolade und Schokoladewaren blieb die Produktionsmenge mit 825 000 Tonnen etwa gleich, feine Backwaren und Zuckerwaren legten ebenso wie Speiseeis und Rohmassen etwas zu. Knabberartikel dagegen liefen nicht ganz so gut wie im Vorjahr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%