Suez-Übernahme
Enel bereitet Gegenschlag vor

Der italienische Stromkonzern Enel ist mit seinem Übernahmeangebot für den französischen Versorger Suez startbereit. Wie gestern aus Unternehmenskreisen verlautete, steht das Angebot bereits und Enel ist entschlossen, für den Konkurrenten zu bieten. Die Finanzierung und die technischen Modalitäten seien geklärt.

BRÜSSEL / MAILAND / PARIS. „Man muss nur den roten Knopf drücken“, heißt es in den Kreisen. Das Unternehmen habe deshalb auch keine Absicht sich mit kleineren Beteiligungen zu begnügen, die bei einer Fusion von Gaz de France (GDF) mit Suez abfallen würden.

Damit dürften Versuche der Franzosen, mit Enel eine gütliche Einigung anzustreben, chancenlos sein und zwischen GDF und Enel endgültig eine Übernahmekampf um Suez entbrennen. GDF und Suez hatten Anfang März überraschend eine Fusion vereinbart und waren damit einer Übernahmeofferte des italienischen Konkurrenten für Suez zuvor gekommen. Die Pläne werden von der französischen Regierung unterstützt, die einen nationalen Energiechampion schaffen will und GDF kontrolliert. Enel beklagte sich umgehend bei der EU über den französischen Protektionismus und prüft seither eine feindliche Offerte.

Ein solches Angebot wird auf 50 Mrd. Euro geschätzt und dürfte nach Einschätzung von Marktbeobachtern– abgesichert über Kredite – vermutlich bar bezahlt werden. Mediobanca soll dabei die italienischen Banken koordinieren. Dazu gehören Unicredito, Banca Intesa, Sanpaolo Imi, Monte dei Paschi di Siena und Capitalia. Aus dem Ausland soll eine Kreditlinie von Credit Suisse als Koordinator sowie Deutscher Bank, Dresdner Bank und Royal Bank of Scotland bereit gestellt werden.

Suez und GDF haben in den vergangenen Tagen offenbar noch eine gütliche Einigung mit Enel angestrebt und der Führung des italienischen Konzerns kleinere Beteiligungen angeboten. Nach einem Bericht der französischen Zeitung „Les Echos“ könnten GDF und Suez ihrem Kontrahenten die Gastochter Distrigaz, den belgischen Stromnetzbetreiber Elia, einen Anteil an den Kernkraftwerken des belgischen Stromkonzerns Electrabel SA sowie die 25,5-prozentige Beteiligung von GdF am belgischen SPE-Konzern bieten.

Sprecher von Suez und GDF bestätigten am Dienstag, dass es Kontakte mit Enel gegeben habe. Diese seien aber inzwischen abgebrochen. Enel wollte sich nicht äußern. Nach Einschätzung von Branchenexperten wollen die Franzosen erst abwarten, ob sie mit Auflagen der EU-Kommission rechnen müssen. Weitere Gespräche mit Enel könnten durchaus folgen.

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