Suez und Gaz de France
Französische Versorger-Hochzeit steht bevor

Was lange währt, kommt endlich zum Abschluss: Die Fusion zwischen den französischen Versorgern Suez und Gaz de France war bereits vor 18 Monaten angekündigt worden, kam aber immer wieder ins Stocken. Dieses Wochenende soll die Versorger-Hochzeit nun endgültig besiegelt werden. Die Börse feiert schon mal.

PARIS. Das berichtet die Handelsblatt-Partnerzeitung "La Tribune" in ihrer Internet-Ausgabe und beruft sich auf Konzernkreise. Suez ist demnach bereit, sich von einem Großteil seines Umweltgeschäfts zu trennen, um die Fusion doch noch zu ermöglichen. Dem Vernehmen nach will Suez nur noch 34 Prozent am Umweltgeschäft behalten, also die Sperrminorität. Der neue Name des Energie-Riesen steht auch bereits fest: Das neue Ensemble soll GDF-Suez heißen, wobei der Schriftzug in den Lettern und dem Rot von Suez gehalten werden soll. Die Unternehmen wollten sich auf Anfrage dazu nicht äußern und verwiesen auf die laufenden Gespräche.

Bislang hatte Suez stets darauf bestanden, dass die Umweltsparte integraler Bestandteil des Konzerns sei. Doch am Donnerstag hatte Staatspräsident Nicolas Sarkozy auf seiner Rede vor dem Arbeitgeberverband Medef unmissverständlich Suez dazu aufgerufen, "sich als ein Unternehmen des Energiesektors zu spezialisieren." Suez und GDF sollten dann einen europäischen Energie-Champion formen. Sarkozy hatte daher Suez aufgefordert, "eine strategische Entscheidung zu treffen." Im Klartext: Entweder Suez trennt sich vom Wasser- und Entsorgungsgeschäft, oder die Fusion ist tot.

Die Fusion beider Versorger ist bereits vor 18 Monaten angekündigt worden, kam aber immer wieder ins Stocken. Sarkozy will die Fusion, die sein Intimfeind und Ex-Premierminister Dominique de Villepin eingefädelt hatte, in seiner ursprüngliche geplanten Form nicht genehmigen. Die Zustimmung der Regierung ist aber nötig, da im Zuge der Fusion die staatliche GDF privatisiert würde.

Suez Wassersparte ist aus Sicht des Staates insofern problematisch, da sie dazu führt, dass der Börsenwert von Suez viel größer als jener von GDF ist. Damit ist die geplante Tauschparität von eins zu eins nicht mehr zu halten; und jene Tauschparität sichert dem Staat einen Anteil von mehr als 33 Prozent an den neuen Ensemble. Ohne der Abspaltung der Wassersparte müsste GDF – also der Staat – an die Suez-Eigner eine milliardenschwere Sonderdividende als Ausgleich zahlen. Das gilt in Frankreich als politisch nicht vermittelbar, denn enstünde der Eindruck, der Staat wirft den privaten Suez-Aktionären Geld in den Rachen.

Angesichts des Ultimatums des Staatschefs und dem drohenden Scheitern der Fusion hat sich Suez-Chef Gérard Mestrallet nun offenbar bewegt. Sollte die Fusion mit GDF scheitern, wäre sein Konzern wieder ein Übernahme-Ziel. Im Jahr 2006 hatte die Regierung Villepin die Fusion orchestriert, um einen drohenden Übernahmeversuch durch die italienische Enel zu verhindern.

Noch ist unklar, wie die Trennung der Umweltsparte laufen soll. Ein Verkauf gilt aus unwahrscheinlich, dann damit würde Suez Milliarden als Kaufpreis erlösen – die Bewertung des Konzerns bliebe weiterhin größer als jene von GDF. Möglich erscheint, dass Suez die Umweltsparte in eine neue Tochter überträgt und ihre Aktien an der Börse notieren lässt. Die Aktien der neuen Umwelt-Tochter würden dann an die Suez-Eigner übertragen werden (so genannter spin-off).

Laut "La Tribune" war bereits Suez-Großaktionär Albert Frère bei Sarkozy, um Details der Fusion auszuhandeln. Die Börse hält die Meldungen für glaubhaft. Die Aktien beider Versorger legten Freitag zu.

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