Suez und Gaz de France
Italiener schäumen ob französischer Gasfusion

In Frankreich bahnt sich eine milliardenschwere Fusion von Suez und Gaz de France (GdF) an. Dahinter steckt offenbar der französische Staat, der die absolute Mehrheit an GdF hält. Die Aktion bedeutet das Aus für die Pläne des italienischen Energiekonzerns Enel. Ein Minister in Rom ließ sich gar zu einem Weltkriegs-Vergleich hinreißen.

HB PARIS. Frankreichs Ministerpräsident Dominique de Villepin erklärte im Beisein der Firmenchefs von Suez und GdF, die Regierung unterstütze einen Zusammenschluss. „Die Unabhängigkeit unseres Landes von Energielieferungen ist für Frankreich von strategischer Bedeutung“, sagte er.

Mit seinen Äußerungen erteilte der Regierungschef einer möglichen Suez-Übernahme durch den größten italienischen Versorger Enel eine Absage. Enel hatte am Mittwoch sein Interesse an der Suez-Tochter Electrabel aus Belgien erklärt und auch einen Kauf des Mutterkonzerns nicht ausgeschlossen.

Italiens Wirtschaftsminister Giulio Tremonti kritisierte die Erklärung der französischen Regierung scharf. Die EU-Staaten müssten damit aufhören, nationale Barrieren zu errichten, wenn es um Übernahmen aus dem Ausland gehe, sagte Tremonti. Wenn das nicht geschehe, dann riskierten sie die selben Folgen wie die vom August 1914, fügte er in Anspielung auf den Ausbruch des Ersten Weltkrieges hinzu.

Auch in der geplanten Übernahme des spanischen Versorgers Endesa durch Eon gab es Verstimmungen über das Einschreiten der Politik. Zu Beginn der Woche hatte Eon ein Angebot von rund 29 Mrd. Euro vorgelegt, was die Regierung in Madrid aber mit Skepsis betrachtet. Sie favorisiert einen nationalen Champion. Eon hatte mit seinem Übernahmeangebot für Endesa eine Offerte der spanischen Gas Natural überboten. Spaniens Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero erklärte, nationale Interessen bei der Bewertung der Eon-Offerte zu berücksichtigen. Gas Natural will nun Medienberichten zufolge bald ein neues Angebot für Endesa auf den Tisch legen, das knapp über dem von Eon liegt.

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